Das Thema ist bei Eltern und Gemeinderäten gleichermaßen unbeliebt, dennoch kommt man nicht daran vorbei: die Erhöhung der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung. Einerseits möchten die Gemeinderäte die Familien nicht zu sehr belasten, gleichzeitig sind sie aber vom Land dazu angehalten, rund 20 Prozent der Betriebsausgaben durch Elternbeiträge zu decken. In Hermaringen werden lediglich die Beiträge für die beiden Krippengruppen vom Gemeinderat festgelegt, für die Kindergartengruppen obliegt es der Kirchengemeinde die Beiträge festzusetzen.

Im vergangenen Jahr waren die Beiträge für die Krippen-Kinder um drei Prozent angehoben wurden. In diesem Jahr liege die Empfehlung der kommunalen Landesverbände etwas niedriger, bei 1,9 Prozent, berichtete Hauptamtseiter Harald Uherek in der Sitzung des Gemeinderats. Damit liege man zwar deutlich unter den tatsächlichen Kostensteigerungen, man wolle aber in diesem besonderen Jahr die Eltern nicht zu sehr belasten. Zugleich müsse man aber zumindest einen Teil der Kostensteigerungen abdecken.

Die Verwaltung griff diesen Vorschlag auf und empfahl den Gemeinderäten eine entsprechende Anpassung. Auch Bürgermeister Jürgen Mailänder betonte, dass man sich Schritt für Schritt dem Landesrichtsatz nähere und er in diesem Jahr die moderate Steigerung für richtig halte. Wolfgang Nothelfer dagegen sah das anders. „Wir kommen nicht näher dran, sondern weiter weg“, stellte er fest und verwies darauf, dass der Landesrichtsatz um 2,1 Prozent steige, gleichzeitig aber die Empfehlung bei nur 1,9 Prozent liege. Nothelfer plädierte dafür, auch in diesem Jahr den Beitrag um drei Prozent zu erhöhen.

Ab vier Kindern gebührenfrei

In eine ganz andere Richtung gingen die Überlegungen von Stefan Czichon: „Ich überlege gerade, wie kinderfreundlich ist Hermaringen?“ Er regte an, dass für Familien ab vier Kindern unter 18 Jahren der Krippenplatz künftig kostenlos ist. Das werde in Hermaringen vermutlich ohnehin nur auf wenige zutreffen. Bisher bezahlt eine solche Familie 70 Euro für einen Krippenplatz. Je nach Anzahl der minderjährigen Kinder, sind die Gebühren gestaffelt.

Ute Kölbel fand diesen Vorschlag gut, wollte aber zugleich dem Vorschlag von Nothelfer folgen und die restlichen Gebühren um drei Prozent anheben, um dem Landesrichtsatz wieder ein Stück näher zu rücken.

Letztendlich wurde bei zwei Gegenstimmen beschlossen, kinderreiche Familien zu unterstützen und auf Krippengebühren zu verzichten, wenn eine Familie mindestens vier Kinder unter 18 Jahren hat. Familien mit Wohnberechtigungsschein erhalten in Hermaringen schon seit längerem einen Nachlass von 25 Prozent auf alle Elternbeiträge.

Mehrheitlich entschieden die Gemeinderäte außerdem, die Krippenbeiträge in diesem Jahr nur um 1,9 Prozent anzuheben. Für eine Familie mit einem Kind bedeutet das statt 330 Euro nun einen Monatsbeitrag von 337 Euro, bei zwei Kindern 255 Euro (bisher 250 Euro) und bei drei Kindern 173 Euro. (bisher 170 Euro).