Hermaringen / Klaus-Dieter Kirschner Ein Brief aus Berlin sorgt für einiges Unverständnis beim Kommunalstammtisch.

Kurz vor Dienstschluss im Landratsamt Heidenheim erreichte die Behörde jetzt noch ein Brief aus dem Bundesverkehrsministerium in Sachen Ausbau der Bundesstraße 492 zwischen Hermaringen und Brenz. Erster Landesbeamter Peter Polta gab in Gundelfingen beim 89. Bayerisch-Württembergischen Kommunalstammtisch den Inhalt dieses Schreibens zur Kenntnis, das ringsum für Kopfschütteln sorgte.

Und das nicht bloß, weil aus Berlin erst nach einem halben Jahr auf den Brandbrief der Landräte Thomas Reinhardt (Heidenheim) und Leo Schrell (Dillingen) reagiert wurde. Der Inhalt zusammengefasst: Man prüfe noch im Bundesverkehrsministerium, was das Landesverkehrsministerium aus Stuttgart an Planungs- und Kostenkalkulationsunterlagen vorgelegt habe. Erst bei Zustimmung in Berlin komme die unfallträchtige Holperpiste dann in den Straßenausbauplan 2019. Damit würden dann die Gelder freigegeben und Stuttgart könne die Bauarbeiten ausschreiben.

„Seit 2012 ist das in dieser Runde ein Dauerthema“, klagte Leo Schrell. Noch viel härter klang die Kritik von Hermaringens Bürgermeister Jürgen Mailänder: „Man prüft und prüft und plant und bringt nichts zuwege. Nicht mal im ersten Halbjahr 2020 kann es nach jetzigem Stand der Dinge mit den Bauarbeiten losgehen.“

„Eigentlich wollte ich nichts mehr dazu sagen“, äußerte sich Sontheims Rathauschef Matthias Kraut und wiederholte dennoch: „Ich glaube das erst, wenn der erste Spatenstich gemacht ist und die Bagger rollen.“ Immer komme irgendetwas Neues dazu: „Wenn es um ordentliche und verkehrssichere Straßen geht, sind wir dem Land nichts wert.“ Vor allem wehrte sich Kraut gegen eine neuerdings in Rede stehende zweijährige Vollsperrung mit großräumiger Umleitung des Verkehrs. „Halbjährlich grüßt uns das Murmeltier“, schloss Kraut seinen Beitrag.

Vize-Landrat Peter Polta hatte sich noch beim Stuttgarter Regierungspräsidium erkundigt, wie weit die Ausschreibung der Arbeiten für die 2,5 Kilometer lange Fernstraße sei: „Wir sind fertig und schicken die Ausschreibung hinaus, sobald das Signal aus Berlin da ist.“