Keine neuen Großprojekte in diesem Jahr, so könnte der Haushaltsplan der Gemeinde Hermaringen in diesem Jahr überschrieben sein. Dennoch wird die Gemeinde rund 5,6 Millionen Euro investieren, allein 3,6 Millionen für Baumaßnahmen, die aber bereits alle begonnen sind. Da bleibt wenig Spielraum für Diskussionen und entsprechend ruhig verlief auch die Beratung über die Finanzen des laufenden Jahres in der Sitzung des Gemeinderates in der Güssenhalle. Lediglich auf ein paar Fragen gingen Kämmerin Karin Wilhelmstätter und Bürgermeister Jürgen Mailänder ein. Warum es keine Sanierungskonzepte gebe für die Gebäude, die in Zukunft noch anstehen, war ein Thema. Dafür brauche man nicht nur eine Idee, sondern müsse auch einen Planer beauftragen, erläuterte Wilhelmstätter. Das koste aber unnötig Geld, weil im Moment eine Sanierung aus finanzieller Sicht gar nicht möglich sei. Für den Bauhof sei man aber tatsächlich dabei, ein Konzept zu erstellen.

Auch am Bahnhofsgebäude müsste man zumindest in die Erhaltung investieren, ergänzte Mailänder. Es sei aber vom zukünftigen Gesamtkonzept unabhängig, wenn man die Fenster erneuere und das auch gleich richtig mache, in dem man sich mit dem Denkmalschutz abspreche. Vielleicht könnte man auch die Fassade etwas aufpolieren, damit der Gesamteindruck des neu gestalteten Umfeldes verbessert werde, wünschte sich der Bürgermeister.

Ute Kölbel erinnerte an die Heizung im alten Schulhaus, die dringend ersetzt werden müsste. Nur mit dem Austausch eines Brenners sei es dort leider nicht getan, so Mailänder. Das sei mit größeren Umbauarbeiten verbunden. Er habe allerdings ein neues Programm im Auge, das darauf abziele, Gebäude effizienter zu machen. Vielleicht könnte die Gemeinde davon für die Sanierungen der alten Schule und des Bahnhofsgebäudes profitieren.

Und auch für den Umbau des Schulhofes hat Mailänder schon einen Fördertopf im Auge. Dass man am Schulhof etwas verändern müsse, sei unumgänglich. Der Asphalt sei nicht nur wenig attraktiv, die Kinder könnten sich beim Stürzen auch leicht verletzen. Wenn ab 2025 ein Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung im Grundschulbereich bestehe, müsse auch der Außenbereich der Schule entsprechend gestaltet werden. Um einen Antrag auf Förderung einzureichen, brauche man aber zunächst ein grobes Konzept und eine Kostenschätzung.

Im Namen des Gemeinderates – Fraktionen gibt es im Hermaringer Rat nicht mehr, sondern nur eine gemeinsame Bürgerliste – gab Robert Schmid eine Stellungnahme zum Haushalt 2021 ab. Es sei erfreulich, dass die Gemeinde bisher ohne große wirtschaftliche Einbußen durch die Pandemie gekommen sei. Er hoffe auch in Zukunft auf eine starke Steuerkraft und auf Zuweisungen des Landes, damit alle Aufgaben gestemmt werden könnten. Der Fokus müsse künftig auf dem Erhalt liegen, neue Investitionen müssten kritisch auf den Prüfstand gestellt werden. Brigitte Malisi