Hermaringen / Carolin Wöhrle Die Suche nach einem Investor für den insolventen Speichersystem-Hersteller blieb erfolglos. Das Werk muss Ende Juni geschlossen werden. Rund 50 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit.

Alle Gespräche mit möglichen Investoren, die die Verantwortlichen in den vergangenen Wochen geführt haben, sind erfolglos geblieben: Die Wikora GmbH in Hermaringen muss zum Ende des Monats schließen. Das teilte das Unternehmen nun offiziell mit. Die rund 50 Mitarbeiter sind bereits am vergangenen Freitag von der Geschäftsführung darüber informiert worden, dass ihnen gekündigt wird und dass sie sich auf die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle machen müssen.

Ab Juli sind die 50 Mitarbeiter arbeitslos

Die Gehälter für den Monat Juni können dabei noch planmäßig bezahlt werden, ab Juli müssen sich die freigestellten Mitarbeiter dann bei der Agentur für Arbeit melden, um ihre Ansprüche nach dem Insolvenzrecht geltend zu machen.

Die Wikora GmbH befindet sich bereits seit Mitte Februar in einem vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren. Am 1. Mai dann wurde das Verfahren planmäßig eröffnet. Seitdem suchten die Verantwortlichen nach einem Investor, der die Firma doch noch retten könnte. Offenbar hat es auch einige Interessenten gegeben. „Die Verhandlungen waren sehr konstruktiv. Jedoch hat nun der letzte verbliebene Interessent sein Angebot zurückgezogen“, heißt es von Seiten des Unternehmens.

„Schwierig, aber unvermeidlich“

Damit war das Schicksal des 1950 gegründeten Unternehmens besiegelt. „Diese Entscheidung ist schwierig, aber leider unvermeidlich“, sagt Geschäftsführer Rainer Brauchle, der 2017 das Unternehmen vom Firmeninhaber und Geschäftsführer Leonhard Jooß übernommen hatte: „Ohne einen Investor können wir den Betrieb nicht aufrechterhalten.“

Kundenaufträge, so Brauchle weiter, würden bis Ende des Monats bestmöglich abgearbeitet.

Bürgermeister bietet Hilfe an

Bis zuletzt hatte auch Hermaringens Bürgermeister Jürgen Mailänder gehofft, dass es noch eine Lösung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter geben könnte.

„Wikora gehörte zu den größten Arbeitgebern in unserer Gemeinde. 47 Arbeitsplätze zu verlieren, schmerzt natürlich sehr“, sagte Mailänder am Mittwoch auf HZ-Nachfrage: „Wesentlich wichtiger als die Auswirkungen für die Gemeinde sind für mich die Auswirkungen für die zum Teil langjährigen Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren.“ Mailänder wünsche ihnen „von ganzem Herzen“, dass sie schnellstmöglich eine neue Beschäftigung finden – zumal er Wikora immer als wichtigen Arbeitgeber im Ort sah.

Den Schritt in die Insolvenz hatte Geschäftsführer Brauchle mit aktuellen Liquiditätsschwierigkeiten begründet. Gerade 2018 habe sich der Verlust gegenüber den Vorjahren nochmals gesteigert. Hinzugekommen seien erhöhte Rohstoffpreise, die man wiederum nicht an die Kunden habe weitergeben können; darüber hinaus die Tatsache, dass die staatlichen Förderungen für die Solarthermie reduziert worden seien.

Die Auftragslage hingegen habe sich zum Schluss gebessert, die Kunden der Wikora hätten Bereitschaft signalisiert, dem Unternehmen treu zu bleiben.

Am Ende aber hat auch das nichts genutzt: Ohne Geldgeber muss Wikora schließen.

Wikora: 1950 in Hermaringen gegründet

Die Wikora GmbH Solarspeichersysteme wurde 1950 gegründet und beschäftigt derzeit noch rund 50 Mitarbeiter.

Kernkompetenz des Unternehmens ist die Herstellung von Speichersystemen wie Wasserspeicher oder Kombispeicher.

Zudem werden direkt am Firmensitz in Hermaringen Solarkollektoren oder Wärmepumpensysteme vertrieben.

Seit 1955 besteht die eigene Handelsmarke Wikora. Alle Produkte werden national und international vertrieben.