Mitte vergangener Woche wies einer der Bewohner des Johanniter-Seniorenzentrums in Hermaringen Erkältungssymptome auf. Trotz der nicht corona-spezifischen Symptome führte der Hausarzt einen Corona-Test durch, der sich als positiv herausstellte.

„Wir haben sofort das Gesundheitsamt informiert und daraufhin wurden bei den übrigen Bewohnern und Pflegekräften unserer Einrichtung Corona-Tests durchgeführt“, sagt Helene Reisenhauer, Leiterin des Johanniter-Seniorenzentrums in Hermaringen.

Es stellte sich heraus: Neun weitere Bewohner sowie drei Mitarbeiter aus der Pflege und zwei aus der Verwaltung wurden ebenfalls positiv auf eine Covid-19-Infektion getestet. „Derzeit sind keine schweren Krankheitsverläufe zu beobachten und bei einem Teil der Infizierten verläuft die Krankheit bislang sogar symptomfrei“, so Reisenhauer.

Temperatur messen und Symptome abfragen

Wie es zur Infektion mit dem Coronavirus kommen konnte, sei unklar. „Wir haben unser Hygienekonzept seit Beginn der Pandemie kontinuierlich weiterentwickelt und auch nicht ausgesetzt“, so die Heimleitung. „Wir messen bei Mitarbeitenden und Bewohnern täglich die Körpertemperatur und fragen nach Symptomen.“ Zum Zeitpunkt der Tests seien solche noch nicht erkennbar gewesen.

Was bedeutet das für die Bewohner im Heim? „Aktuell befinden sich alle Bewohner in Quarantäne und wir wenden verschärfte Regeln unseres Hygienekonzepts an. Die Bewohner werden teilweise im Zimmer versorgt, die Mitarbeitenden in der Pflege tragen nur noch FFP2-Masken und Schutzkleidung, und unser Angebot des Betreuungsdienstes intensiviert sich wieder hin zur Einzelbetreuung, wie auch schon in der ersten Welle“, so Helene Reisenhauer.

Die Infektionskette unterbrechen

Die Infektionen der Bewohner und des Pflegepersonals begrenze sich auf eine Eben der Einrichtung, welche separat abgegrenzt wurde. „Wir möchten die Bewohner mit negativem Testergebnis nicht komplett einschränken und haben die Betreuung entsprechend angepasst.“ Dennoch müsse man die Infektionskette unterbrechen und daher seien diese Maßnahmen notwendig, so Reisenhauer.

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Heidenheim

„Uns war wichtig, dass wir sämtliche Angehörige nach Bekanntwerden der Positiv-Testungen persönlich informieren“, sagt Reisenhauer. Durch die konsequente Anwendung der verstärkten Hygienemaßnahmen und dem Verständnis der Angehörigen versuche man die Infektion im Johanniter-Seniorenzentrum rasch einzudämmen.

Der Kontakt zu Angehörigen ist angesichts der Quarantäne bis auf weiteres auf Angebote wie Skype, Telefonate oder Fensterbesuche reduziert. „Im Augenblick, und damit meine ich vorübergehend, sind direkte Besuche leider nicht möglich. Das bedauern wir sehr“, so Reisenhauer.

Giengen

Die bisherige Entwicklung in Hermaringen


21 bestätigte Corona-Fälle hat es seit Beginn der Pandemie bisher in Hermaringen gegeben. Darunter auch einen Fall im Senioren- und Pflegeheim. Alle Patienten haben die Krankheit gut überstanden. Derzeit gibt es 10 aktive Fälle.

Zuletzt hatte Ende September der positive Test einer Lehrerin für Aufsehen gesorgt, nachdem die komplette Grundschule daraufhin geschlossen werden musste. Rund 90 Schüler und Lehrer standen für 14 Tage unter Quarantäne. mai