Hermaringen / Marita Kasischke Die Hermaringer Volkshochschule bescherte ein munteres Zusammentreffen mit dem Star-Auktionator Wolfgang Pauritsch.

Der Ort wird Wolfgang Pauritsch wohl stets in Erinnerung bleiben: „Was, zwei Stühle leer? Das hab ich ja noch nie erlebt“, scherzte er gleich zu Beginn seines Besuchs am Mittwochabend in der Rudolf-Magenau-Schule. Der Veranstalter, die Volkshochschule Hermaringen, freilich sah es komplett anders: 150 Zuhörer hatten sich im Musiksaal eingefunden, um mit dem Star aus „Bares für Rares“ eine echte Rarität zu erleben. Denn, auch das sagte der Auktionator gleich zu Beginn, er gibt eigentlich keine Lesungen mehr. Nur dem nachdrücklichen Einsatz des Hermaringers Peter Müller ist es zu verdanken, dass sich Pauritsch schließlich breitschlagen ließ, eine Ausnahme zu machen.

Plaudern statt Lesen

Eine Lesung freilich war es dennoch nicht, was das Publikum erlebte, auch wenn Pauritschs Buch „Der Auktionator – ein Leben zwischen Trödel, Kunst und Leidenschaft“ reißenden Absatz fand. Vielmehr stellte sich der Österreicher den Fragen rund um Trödel, Kunst und Leidenschaft in seinem Leben.

Zunächst war Peter Müller selbst dran, den Stargast zu interviewen. Er tat dies geschickt und bestens vorbereitet und mit dem nötigen Maß an Zurückhaltung, um Wolfgang Pauritsch selbst glänzen zu lassen. Es ist ja nicht nur, dass Pauritschs Werdegang vom Schweißer über Nachtwächter und Detektiv zum Kunsthändler, Auktionator und Fernsehstar jede Menge interessanten Stoff bietet. Pauritsch erwies sich wieder einmal als witziger Plauderer, der weiß, wie man einen ganzen Saal bei der Stange hält. Im zweiten Teil war es dann an den Zuhörern, Fragen zu stellen. Die drehten sich dann auch um Diamanten, Gold, Silber und Antiquitäten.

Für einen guten Zweck

Hauptsächlich aber interessierten sich die Zuhörer für die Sendung „Bares für Rares“, die, ursprünglich für fünf Sendungen pro Jahr konzipiert war, mittlerweile Kultstatus hat und 260 Mal im Jahr gezeigt wird. In 50 Sendungen davon ist Pauritsch vertreten und er ließ die Hermaringer hinter die Kulissen blicken. Und auch der in solchen Fragerunden unvermeidlichen anfänglichen Zurückhaltung wusste er gekonnt zu begegnen, indem er einfach kurzerhand seinen Job ausübte: Ganz Auktionator versteigerte er sein Buch. Der Erlös fließt der Aktion „Füreinander“ zu, die auch für die Bewirtung an diesem Abend sorgte.

Die rund zweieinhalb Stunden mit dem gleichermaßen schillernden und bodenständigen Kunstsachverständigen mit Showtalent verflogen im Nu und auch Pauritsch bekannte: „Das hat richtig Spaß gemacht mit Euch“ – mit Abzügen freilich: „Die zwei leeren Sitze hätten nicht sein müssen.“