Bolheim / HZ Knapp 50 Schüler haben an der Pistoriusschule wieder einen geregelten Schulalltag. Schulleiter Dr. Daniel Budka meint: Damit die Hygieneregeln greifen, muss auch auf den Busverkehr geachtet werden.

Seit Anfang Mai verspüren auch einige Schüler der Pistoriuschule wieder ein bisschen schulische Normalität. Wie in den allgemeinen Schulen sind auch am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) die Klassen 8 und 9 im Bildungsgang Lernen sowie die Klassen 11 und 12 der Berufsschulstufe und eine Klasse der Berufsvorbereitenden Einrichtung wieder ins Schulleben gestartet. In Summe sind knapp 50 Schüler wieder an den verschiedenen Standorten der Pistoriusschule.

Möglichst kleine Gruppen – möglichst viel Abstand

„Die Vorbereitungen auf den Unterricht haben sich nicht wesentlich von den allgemeinen Schulen unterschieden“, sagt  Schulleiter Dr. Daniel Budka. Abläufe seien so organisiert worden, dass die Schülergruppen möglichst klein sind und Abstandsgebote bestmöglich eingehalten werden können. Etwas erschrocken sei man gewesen, wie klein Klassenzimmer plötzlich werden, wenn man das Mobiliar nach dem Mindestabstand von 1,50 Meter einrichtet.

Vorgaben als Dauerlösung kaum denkbar

Die Lehrkräfte, so Budka, erlebten die Schüler in den ersten Tagen als diszipliniert und sensibilisiert für die Situation. Ob ein Schulleben jedoch auf Dauer um Abstandsgebote kreisen könne und diese in den kommenden Wochen so eingehalten würden, bezweifelt der Schulleiter.

Mit leichter Verzögerung hat auch die Schülerbeförderung wieder ihren Betrieb an der Pistoriusschule aufgenommen. Die Schule hatte sehr schnell das geforderte Schulbuskonzept entwickelt.

Neue Organisation der Schülerbeförderung

Die Pistoriusschule hat den klaren Wunsch, die Schülerbeförderung mindestens bis zu den Sommerferien entsprechend der jeweiligen Klassenzusammensetzung zu organisieren. „Wir müssen innerhalb der Schulen nicht penibel auf die Reduzierung möglicher Infektionsketten achten, wenn in der Beförderung alle Klassen und Stufen gemischt sind“, so Budka.

Notbetreuung läuft weiter mit steigenden Zahlen

Parallel zum Wiedereinstieg in den Schulbetrieb geht die Notbetreuung an der Pistoriusschule weiter. Die Zahl der teilnehmenden Schüler ist erwartungsgemäß gestiegen. Hinsichtlich der weiteren Öffnungen der Schulen wünscht sich Budka, möglichst viele Klassen wieder regulär aufnehmen zu können. Bis dahin wird es auch an der Pistoriusschule vielfach unvermeidbar sein, einen Wechsel von Präsenzunterricht und den sogenannten Fernlernangeboten zu haben.

Viel Schulstoff ist nachzuarbeiten

Die stufenweise Wiedereröffnung der Schulen ist für Budka nicht nur ein zeitliches Thema, sondern vor allem ein inhaltliches. „Wir haben doch nicht automatisch Normalität, nur weil Schüler durch eine Schultür gehen“, betont Budka. Die vergangenen Wochen seien umfassend aufzuarbeiten und nicht nur bezogen auf „Schulstoff“ nachzuarbeiten. Noch mehr als während normaler Schulzeiten sei es notwendig, dass Lehrkräfte, Eltern, Schulsozialarbeit, Schulamt, Jugendamt und viele mehr intensiv zusammenarbeiteten. Bereits noch frühzeitiger als normal üblich müsse man auch den Blick auf das nächste Schuljahr richten. Hier sei es für die Schulen elementar wichtig, so früh wie möglich zu wissen, wie es beispielsweise mit Lehrkräften weitergehe, die selbst zur Risikogruppe gehören.

Rasche Klarheit erwünscht

Im Rahmen der Wiedereröffnung habe vieles notwendigerweise kurzfristig organisiert werden müssen, aber für das kommende Schuljahr, so Budka, benötige man frühestmöglich Klarheit über die Rahmenbedingungen, um Schulzeiten, Lehrereinsatz, Schülerbeförderung, Mensabetrieb und vieles mehr planen und kommunizieren zu können.