Herbrechtingen / Günter Trittner Karin Krämer hat einen besonderen Fund gemacht, der nun in ihrer neuen Sonderausstellung im Herbrechtinger Heimatmuseum zu sehen ist: jede Menge altes Werkzeug.

Wer sich fragt, was Männer so alles im Keller haben, dem gibt ab kommenden Sonntag Karin Krämer im Heimatmuseum eine anschauliche Antwort.

Penibel in Kisten geordnet

Die erfahrende Kuratorin der alljährlichen Sonderausstellung in diesem historischen Gebäude am Eingang des Eselsburger Tals war schon Ende vergangenen Jahres von einer Witwe in Schnaitheim gebeten worden, das anzuschauen, was ihr Ehemann im Laufe eines Lebens so zusammengetragen hatte. Was Krämer im großen Kellerraum vorfand, war ein penibel in Kisten geordneter Schatz an Werkzeug, zu dem wohl sogar noch frühere Generationen beigesteuert haben müssen.

Diese Kisten hat Krämer nun im Heimatmuseum platziert und zum Inhalt ihrer nun schon 19. Ausstellung gemacht. 80 Prozent der Schaustücke, so Krämer, stammen aus dem Schnaitheimer Keller, der Rest von einer weiteren Herbrechtingerin und aus dem Fundus des Museums, das der Heimatverein bereits seit 1984 betreibt.

Alltagsgeschichte in vielen Perspektiven

Krämer hat in ihren Schauen schon in vielen Perspektiven Alltagsgeschichte beschrieben. Da ging es mal ums Salz, da ging es um Nachttöpfe und um Pressglas, es wurde ein Blick auf die Unterwäsche riskiert oder das Beste aus der eigenen Sammlung des Museums gezeigt. Dieses Jahr wird es bis 31. Oktober sonntags und feiertags von 14 bis 16 Uhr eben um das gehen, „was Männer so im Keller haben“.

Dass bei dieser Ausrichtung ein technisches Interesse vorrangig bedient wird, ist naheliegend. Doch die Masse der im Heimatmuseum gezeigten Instrumente beeindruckt auch diejenigen, die nicht täglich mit Hammer, Meißel, Säge oder Schraubzwinge umgehen. Krämer hat auf eine Bezeichnung der Werkzeuge verzichtet, denn die meisten sind schlicht selbsterklärend. Die Wasserpumpenzange möchte da eine Ausnahme machen. Was gefangen nimmt, ist nicht nur die Tatsache, dass vieles doppelt, sondern in allen Größen vorhanden ist.

Werkzeug in großem Format

Der Werkzeug-Erblasser wusste mit groben Klötzen wie mit feiner Mechanik umzugehen. Es gibt Äxte eines Formats, dass Krämer sie zur Sicherheit in einer Vitrine versperrt hat und Schraubenschlüssel, deren Gewicht mehr als das gewöhnliche Schmalz in den Armmuskeln erfordert. Feinere Werkzeuge lässt Krämer an den Wänden des Museums wie Girlanden baumeln. Nicht alles ist aus Metall. Es gibt auch Pinsel, Bürsten, hölzerne Zirkel zum Ausmessen, Schränke und Spielzeug, welches Väter früher mit solchem Werkzeug gebaut haben. Damit es auch bei dieser Ausstellung etwas zu lesen gibt, hat Krämer Sprüche, Verse und Lieder aus der Handwerkswelt zusammengetragen und den Exponaten zugeordnet.

Zahlen zum Heimatmuseum

Das Herbrechtinger Heimatmuseum an der Eselsburger Straße gibt es seit 1984. Eingerichtet hat es der Heimatverein in der seit 1799 dokumentierten ehemaligen Sägemühle auf der Brenzinsel. Im Gebäude zeigen die Exponate, wie das Leben auf der Alb in den vergangenen 150 Jahren ausgesehen hat. Jährlich wird eine Sonderausstellung eingerichtet mit einem thematischen Schwerpunkt. Der Verein richtet auch verschiedene Aktionstage aus, um den Unterhalt des Museums zu finanzieren. Geöffnet ist im Sommerhalbjahr sonntags und feiertags von 14 bis 16 Uhr.