Mit einem Ausscheiden aus dem Dienst hatte Thomas Diem bereits vor einigen Jahren gedanklich geliebäugelt. Damals hatte ihn Daniel Vogt als neu gewähler Bürgermeister überzeugen können, weiter im Amt zu bleiben. Nun, im Alter von 60 Jahren, hat der Kämmerer und Beigeordnete entgültig seinen Abschied eingereicht. Zum 1. November 2022 soll Schluss sein im Herbrechtinger Rathaus.

Fachliche Qualität unbestritten

Seit 18 Jahren ist Diem in der Stadtverwaltung für Finanzen, Liegenschaften und Wirtschaftsförderung zuständig und als Beigeordneter zugleich hauptamtlicher Stellvertreter des Bürgermeisters. Diems fachliche Qualität ist unbestritten. Über Jahre ist es ihm gelungen, in seinen Haushaltsplänen den Spagat zu schaffen zwischen dem vom Herbrechtinger Gemeinderat gewünschten sparsamen Umgang mit den öffentlichen Mitteln und den nötigen großen Investitionen in die Infraktstruktur der Stadt. Der Bau der Bibrishalle bleibt das größtes Projekt, für das Diem die Finanzierung sichergestellt hat.

Knappe Wiederwahl vor zwei Jahren

Die sehr knappe Wiederwahl für eine dritte Amtsperiode im Februar 2020 war aber auch ein Indiz, dass Kämmerer und Gemeinderat sich vielleicht doch zu sehr aneinander abgerieben hatten. Diem selbst hatte von einem „extrem schwachen Ergebnis“ gesprochen. Diem, der in den bayerischen Nachbarkreis umgezogen ist, ist auch Geschäftsführer des Industrieparks A7.

Die auf Diem nachfolgende Person wird nur noch als Kämmerer gesucht. Die Beigeordnetenstelle wird nicht mehr besetzt.