Herbrechtingen / Laura Strahl Das Wasserbecken an der seit 2004 betriebenen Schule treibt den Wasserverbrauch des Landkreises in die Höhe. Jetzt wird nach einer technischen Lösung gesucht.

Der Landkreis Heidenheim hat im Jahr 2018 exakt 705 114 Euro für Strom, Gas, Wärme und Wasser ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Verringerung der Energiekosten um 6,2 Prozent. Natürlich ist das erfreulich: Die Ausgaben für die energetische Versorgung des Landratsamts und weiterer landkreiseigener Gebäude (etwa Schulen und Hallen) sinken damit seit fünf Jahren in Folge.

Anstieg um 16,4 Prozent

Trotzdem gibt es – wie so meist – auch bei dieser guten Nachricht ein Aber zu vermelden. Die Ausgaben nämlich könnten noch niedriger sein, wie nun Peter Sinzel, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, im Ausschuss für Infrastruktur und Umwelt des Kreistags erläuterte. Übeltäter ist die Herbrechtinger Pistoriusschule unter Trägerschaft des Landkreises: Dort wurden vergangenes Jahr 1758 Kubikmeter Wasser mehr verbraucht als im Vorjahr. Das entspricht Mehrkosten in Höhe von 8317 Euro (bzw. nach Abzug anderer Einsparungen von rund 4000 Euro) und bedeutet für den Landkreis einen Anstieg des gesamten Wasserverbrauchs um rund 16,4 Prozent.

Woher aber kommt dieser derart hohe Wasserverbrauch an der seit 2004 betriebenen sonderpädagogischen Schule? Wie Fachbereichsleiter Sinzel erläuterte, trägt das dortige Therapiebad Schuld an der Misere. „Die Auslastung hat eine enorme Entwicklung genommen.“ Und zwar einerseits durch den Anstieg der Schülerzahl von anfangs 120 auf mittlerweile 190. Andererseits seien die Nutzungszeiten dadurch angestiegen, dass die Anlage inzwischen auch von Schulfremden genutzt werde. Sinzel: „Die Anlage läuft quasi Tag und Nacht“, täglich von 7 bis 19/20 Uhr.

„Das bereitet uns Sorgen“

Das wiederum bedinge ein Plus bei den Filterspülungen, um die hygienischen Vorschriften einhalten zu können. Derzeit, so Sinzel, werde die wasserintensive Prozedur zweimal pro Woche durchgeführt – jedes Mal landen dann 16 Kubikmeter Wasser im Kanal. Hinzu kommen noch thermische Desinfektionen, sprich das Abtöten potenzieller Gefahrenquellen durch heißes Wasser.

„Das bereitet uns Sorgen“, ließ Sinzel wissen. „Die Schule ist technisch am Limit.“ Ein Austausch der technischen Ausstattung ist in der nächsten Zeit dennoch nicht angedacht. So weit sei man noch nicht, ließ Sinzel wissen. Man suche allerdings durchaus nach einer Lösung. Eventuell könne eine Wärmerückgewinnungsanlage helfen.

Energiebericht insgesamt positiv: Landkreis spart 46.419 Euro

Der Energiebericht des Landkreises Heidenheim für das Jahr 2018 fällt – abgesehen vom hohen Wasserverbrauch der Pistoriusschule – sehr gut aus. Für Strom, Gas, Wärme und Wasser hat der Landkreis vergangenes Jahr 46.419 Euro (6,2 Prozent) weniger ausgegeben als noch 2017. Insgesamt liegen die Energiekosten damit bei 705.114 Euro.

Einzeln aufgeschlüsselt bedeutet das: Der Stromverbrauch ist von 2017 auf 2018 um 3,2 Prozent gesunken (rund 50 Kilowattstunden). Der Landkreis spart dadurch knapp 2800 Euro ein. Eine Rolle spielte hier unter anderem der Umstieg auf LED-Technik bei der Beleuchtung der Landkreishalle am Berufsschulzentrum. Der Verbrauch von Gas und Fernwärme ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent gesunken. Auf der Kostenseite bedeutet das Einsparungen in Höhe von 47.620 Euro. Grund für den gesunkenen Verbrauch ist das extreme Wetterjahr. Außerdem waren die Bezugskosten für Gas günstig.