Bolheim / Günter Trittner Vor der Mauer des Bolheimer Friedhofs sollen in Zukunft heimische Wildblumen blühen. Die Stadt reagiert damit auf die Kritik an den ausgelegten Granitsteinen.

„Der Schotter war der falsche Weg.“ Dieses bei der Mai-Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauwesen und Verkehrsangelegenheiten gemachte Eingeständnis hatte Dieter Frank, der Fachbereichsleiter Bau im Rathaus, zugleich mit der Zusage verknüpft. „Wir müssen umdenken.“

Steine kommen nächste Woche raus

Den Worten folgen nun alsbald die Taten. Zumindest was den Bolheimer Friedhof und den „Steingarten“ entlang seiner Mauer zur Heidenheimer Straße hin angeht. Dieser Randstreifen aus Granit war im Jahr 2013 angelegt worden, als die alte baufällig gewordene Einfriedung aus geschichteten Bruchsteinen abgerissen und durch eine verputzte Mauer aus Stahlbeton ersetzt worden war. In der nächsten Woche sollen diese Granitsteine nun wieder ausgegraben werden.

Über 30 Arten von Wildblumen

Allerdings, damit es entlang der Mauer blühen kann, muss zuerst wieder Schotter, diesmal feinerer eingebracht werden. Auf diesen kommt dann ein Substrat, das über 30 Arten von Wildblumen sprießen lässt. Der Großteil sind Stauden, die für mehrere Jahre blühen.

Nahrung für heimische Insekten

Aber auch die Heidenheimer Schlossblume findet sich in der Mischung, welche sich die Stadtverwaltung durch einen kundigen Berater hat zusammenstellen lassen. Das Beet biete der heimischen Insektenwelt deutlich mehr Nahrungsangebote und Lebensräume als konventionelle Beete mit exotischen Pflanzen oder gezüchteten Sorten, heißt es von dessen Seite. Auch einige Gehölze wie Berberitze und Ginster sollen vor der Mauer gedeihen.

Eckermann gab den Hinweis

Mit ihrem Handeln erfüllt die Verwaltung auch einen Wunsch von SPD-Stadtrat Thilo Eckermann, der bei der Ausschusssitzung im Mai den Fingerzeig auf die Mauer gegeben und die Forderung „das muss begrünt werden“ erhoben hatte.

Das eigentliche Diskussionsthema bei der Mai-Sitzung im UBV war die notwendige Sanierung der Kriegerdenkmale auf dem Herbrechtinger und dem Bissinger Friedhof gewesen. Auf 60 000 Euro sind die Kosten veranschlagt. Wie es der Zufall will, wird mit den Ausbesserungsarbeiten auf dem Herbrechtinger Friedhof auch in der kommenden Woche begonnen.

Wichtig für die Wildbienen

Erst vor Kurzem ist die Stadt Heidenheim für ihre blühenden Verkehrsinseln vom Verkehrsministerium des Landes mit der „Goldenen Wildbiene“ ausgezeichnet worden. Die Stadt gebe damit auch ein Vorbild für die Gestaltung und Bewirtschaftung von privaten Grünflächen, hieß es aus Stuttgart. Laut Ministerium ist fast die Hälfte der heimischen Insektenarten in ihrem Bestand extrem reduziert oder vom Aussterben bedroht.

Gerade für die Wildbienen, so das Ministerium, aber auch für alle anderen Insekten und deren Brut seien Verkehrsinseln und auch Blühstreifen, so wie nun in Bolheim vorgesehen, wichtig.