Herbrechtingen / HZ Nachdem die weibliche Pappmaché-Figur von Anna Anneo-Rabus den Herbst nicht überlebt hat, gibt es nun einen männlichen Nachfolger aus robusterem PU-Schaum.

Exakt ein Jahr ist es jetzt her, als Berta an die Brenz kam. Die von Anna Anneo-Rabus selbstgemachte Pappmaché-Badenixe mit der bunt gesprenkelten Badekappe und dem blau-rot gestreiften Badeanzug zauberte Passanten im Stadtpark regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht. Doch Berta hat den Herbst an ihrem Standort am Ufer gegenüber des Spielplatzes nicht überlebt. Das Material war für draußen ungeeignet.

Doch ohne Berta war es ihrer Macherin dann doch zu trist und langweilig. Auch andere Menschen schienen Berta zu vermissen, so Anneo-Rabus, und fragten bei ihr nach, wann es denn ein neues Projekt geben werde. Damit stand fest, leer kann das Brenzufer nicht bleiben.

„Gemeinsam mit meinem Mann habe ich mich dann erstmal über das passende Material informiert. Dieses Mal sollte die Figur auch wasserfest sein.“ Das Paar entschied sich schließlich für Polyurethan-Schaum. Das Grundgestell wurde, wie bei Berta auch, wieder aus Draht geformt. Danach kam der PU-Schaum drauf, etwas Gips, anschließend Farbe und Lack. Der Körper sitzt auf Styropor und in einem Schwimmreifen.

Natürlich bekam auch diese Figur wieder einen Namen: Egon von der Brenz. „Das hat einfach irgendwie gepasst. Außerdem kennen wir niemanden, der so heißt und dem wir damit zu nahe treten können“, sagt Anneo-Rabus schmunzelnd.

Künstlerwechsel

„Beim Fertigen habe ich allerdings schnell gemerkt, dass ich mit dem Material irgendwie nicht glücklich bin. Das war mir zu klebrig“, räumt die Künstlerin ein. Ihr Mann Gerhard Rabus war es am Ende, der die Sache in die Hand nahm und sich hingebungsvoll um Egons Fertigstellung kümmerte.

Seit Ende April schwimmt Egon nun genüsslich in der Brenz und auch das gewählte Material macht sich bisher gut. Wie Anneo-Rabus berichtet, freuen sich die Menschen, die im Stadtpark spazieren gehen, wenn sie Egon entdecken. „Die Enten und Schwäne haben sich inzwischen auch an ihn gewöhnt“, sagt sie freudig.

Dass Egon im kommenden Jahr Gesellschaft bekommt, ist ebenfalls nicht ausgeschlossen. „Was genau es wird, weiß ich noch nicht. Aber auf der Plattform könnte ich mir eine Nana-Figur oder zwei spielende Kinder ganz gut vorstellen.“

Niki de Saint Phalle als Vorbild

Anna Anneo-Rabus ist fasziniert von den „Nanas“ der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle. Die knallbunten Frauenfiguren mit ihren ausladenden Rundungen inspirieren die Herbrechtingerin immer wieder zu eigenen Figuren, wie eben Berta und Egon.

Niki de Saint Phalle jedenfalls formte ihre Nanas ab 1964 und wurde durch sie international bekannt. Mit den abstrahierten, verspielten, bunten, weiblichen Figuren setzte sich die Künstlerin auf ihre Weise mit der Rolle der Frau auseinander. 1968 wurden die Nanas in einer Ausstellung im Museum of Modern Art in New York gezeigt, zahlreiche weitere Ausstellungen folgten.