Mitunter gibt es Momente, in denen das Wünschen hilft. Zumindest die Wünsche, die Bibliothekar Thomas Jentsch für die Herbrechtinger Stadtbücherei formuliert hat, wurden vom Deutschen Bibliotheksverband prompt erfüllt. Dieser hatte im April ein Förderprogramm für Büchereien im ländlichen Raum aufgelegt, um speziell die digitalen Angebote dieser Einrichtungen zu stärken. Jentsch, der schnell reagiert hat, war bei der „ersten Welle“ der Antragsteller dabei und erhält für sein Haus nun 7132 Euro.

Bedingung des Bibliotheksverbands war, dass die Bibliothek sich selbst mit 25 Prozent beteiligt, sodass nun 10 000 Euro in die weitere digitale Ausstattung fließen. „Eine schöne Summe“, freut sich Jentsch über die Hilfe des Verbands.

Glückwünsche von Breymaier

Gefreut hat sich auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier, die Bürgermeister Daniel Vogt in einem Brief zur erfolgreichen Bewerbung gratulierte. Ihr persönlich, so Breymaier, lägen die Bibliotheken besonders am Herzen, weil sie als „lebendige Kultur- und Begegnungsorte“ dazu beitragen, dass alle Bürger und vor allem Kinder und Jugendliche am gesellschaftlichen und kulturellen Austausch teilnehmen können. Auch würden Bibliotheken ihren Nutzern wichtige Instrumente an die Hand geben, um sich gegen oberflächliche Wissensvermittlung und Fake News zu wappnen.

Gerne, ließ Breimayer wissen, würde sie sich die Herbrechtinger Bibliothek mit Bürgermeister Vogt anschauen. Auch Jentsch würde den Gast aus Berlin gerne in der Bücherei begrüßen. Nur, hier hilft das Wünschen nicht. Da ist Corona vor. Der Schutz vor Ansteckung lässt derzeit nur das Ausleihen und die Rückgabe von Büchern zu. „Ich muss momentan jegliche Aufenthaltsqualität unterbinden“, bedauert Jentsch. Auch die regulären Führungen für Schulen, Kindergärten und andere Gruppen ruhen. „Aber das wird ja hoffentlich bald alles wieder“, sagt Jentsch.

Stabiles W-Lan installieren

Mit den Fördermitteln des Verbands möchte Jentsch Anschaffungen für mehrere Zielgruppen machen. Mit den Blue-Bot-Robotern sollen schon Vorschul- und Grundschulkinder erste Versuche im Programmieren machen können. Gekauft wird ein Klassensatz von sechs Stück. Für die älteren Kinder denkt Jentsch an ein iPad-Starterpaket. Im Rollcontainer, der auch als Lade- und Synchronisationsstation dient, stecken zehn iPads und ein MacBook Air samt Wi-Fi-Hotspot und Apple TV. Mit dieser Box, so Jentsch, werden sehr viele digitale Vorhaben umsetzbar.

Außerdem möchte Thomas Jentsch ein stabiles, vom Hausnetz im Kloster getrenntes W-Lan installieren. Und schließlich soll es noch Nintendo-Switch-Spiele geben mit zwei Handheld-Konsolen.