Ob jemand seine große Liebe gefunden hat? Für Aussagen dazu ist es jetzt, nur Tage nach dem ersten Speeddating im Herbrechtinger Schützenhaus, natürlich noch zu früh. Aber Organisatorin Beate Häring ist zuversichtlich: „Bei manchen lag etwas in der Luft.“ Zum Beispiel bei denjenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die die Veranstaltung nicht allein verlassen haben. Oder bei denen, die in den Tagen nach dem Speeddating bei Häring angerufen haben, weil sie nach etwas Bedenkzeit nun doch gern weiteren Kontakt zu einem der Dating-Partner haben wollten. „Ich bin gespannt, ob sich in ein paar Wochen noch jemand meldet und mir sagt, dass es was geworden ist“, sagt Häring.

Beate Häring war die Organisatorin des Speeddatings.
Beate Häring war die Organisatorin des Speeddatings.
© Foto: Rudi Penk

Wie lief das Speeddating im Herbrechtinger Schützenhaus ab?

Doch von vorn: 56 Männer und Frauen zwischen 31 und 72 Jahren saßen sich da an einem Samstagabend im Saal des Schützenhauses gegenüber. Alle mit dem selben Ziel: nicht mehr allein sein. „Laut war‘s“, sagt Beate Häring und lacht. „Die Leute haben gleich losgelegt, miteinander gelacht und geschwätzt.“ Zeit hatten sie dafür pro Dating-Partner exakt drei Minuten. Dann signalisierte Häring, ausgestattet mit einer Stoppuhr, per Gong, dass es an der Zeit war für den Partnerwechsel – die Männer zogen weiter, die Damen durften sitzen bleiben.

Wie fanden die Teilnehmer ihre Dating-Partner?

Rund eineinhalb Stunden lang war somit ziemlich viel Bewegung im Saal. Dann aber hatte jede Frau mit jedem Mann gesprochen, und jeder Mann mit jeder Frau. Alle hatten einen ersten Eindruck gewonnen. Mindestens. Denn an einem Tisch gab es sogar eine Umarmung, an anderen wurden Nummern ausgetauscht. „Es war einfach grandios“, beschreibt Häring die Situation. „Es gab viele Gänsehautmomente. Es herrschte eine tolle Atmosphäre.“ Auch bei der gemeinsamen Feier, die im Anschluss an das Speeddating in der Wirtschaft des Schützenhauses fortgesetzt wurde, blieb die Stimmung bestens.

Wie lange ging das Herbrechtinger Speeddating?

„Die letzten sind erst nachts um halb vier gegangen“, berichtet Beate Häring, die immer noch darüber staunt, dass das von ihr auf die Beine gestellte Speeddating derart großen Zuspruch erfahren hat. „Die Leute wollen andere Menschen kennenlernen“, vermutet die Bolheimerin. Vielen sei das wohl während der Coronazeit noch einmal bewusst geworden. Dass Häring damit recht haben könnte, zeigt auch die lange Warteliste mit Personen, die gern am ersten Herbrechtinger Speeddating teilgenommen hätten. Bei 28 Paaren aber musste Häring eine Grenze ziehen. Platz- und zeittechnisch wäre es sonst schwierig geworden.

Häring jedenfalls ist gespannt: Ob sich wohl bald ein Paar meldet, das sich bei ihrem Speeddating gesucht und gefunden hat? „Das wäre wirklich toll!“ Und wenn nicht? Dann hat sich die viele Arbeit aus Härings Sicht trotzdem gelohnt. „Es war ein unvergesslicher Abend. Einfach grandios!“