Musik gilt als internationales oder – wie man heute sagt – globales Medium. Sie ist universal, man benötigt keinerlei spezifischen Sprachkenntnisse, um Musik „verstehen“ zu können. Nicht umsonst bezeichnet man Musik sogar als Sprache des Herzens.

Idee des Lehrer-Konzerts der Musikschule war die Darstellung der Vielfalt, welche sie eben auch bietet. Nicht nur europäische Kunstmusik, nicht nur Popmusik, nicht nur Jazz, nicht nur etc. Nein, die Musik sucht und findet ihren ideologiefreien Ursprung.

Keine Auswahl kann je vollständig sein. So war das Programm gewiss eigensinnig, so wie man dies freilich jeder Auswahl nachsagen kann. Nach einem Entrée mit einer Allemande des frühbarocken deutschen Komponisten Melchior Franck (gespielt von Matthias Drost an der Trompete und Sebastian Fischer am Klavier) wandte sich Petra Schüssler mit „Clarinet a la carte“ dem 1935 geborenen Paul Harvey zu. Das Werk verband humorvoll die musikalische Darstellung in England offenbar beliebter Speisen mit sehr genauen Spielanweisungen für Klarinette solo.

Eine Gruppe um Kristina Fuchs bot schwungvolle irische Fiddelmusik, bevor der Grundschulchor der Bibrisschule unter Leitung von Christiane Gertis mit dem französischen Kinderlied „Si tu as la joie au coeur“ auftrat, verstärkt durch den Kameruner Sänger und Kyoko Kanazawa am Klavier.

Aus Frankreich erklang auch Darius Milhauds „Brazileira“ aus dem Klavierzyklus „Scaramouche“ (1936), ein fröhlicher Samba an zwei Klavieren (Kyoko Kanazawa und Sebastian Fischer), bevor man flugs nach Österreich weiter wanderte. Ein Satz aus „des Vaters“ - Leopold Mozarts -Trompetenkonzert und der Philomenenwalzer sowie der russische Marsch des Johann Strauss erschienen als angemessener Tribut an die einstige Hochburg.

Es folgte der große Sprung über den Teich zum amerikanischen Jazz, stimmungsvoll vorgetragen von Matthias Drost (Trompete), Ulrich Eckardt (Kontrabass), Thomas Winger (Schlagzeug) und Sebastian Fischer.

Nach der Pause wuchsen die Reisedimensionen weiter an. Der Schlagzeuger Thomas Winger beeindruckte mit einer Improvisation „Drumming come from Africa“, ergänzt vom südafrikanischen „Hambani kahle“ durch den Kinderchor. Unter Mithilfe des Stuttgarter Cellisten Uriel Stülpnagel tauchte ein Klaviertrio mit Kristina Fuchs und Sebastian Fischer in die argentinische Tangowelt des Astor Piazzola ein, ein intensives Erlebnis. Vor dem Abschluss des Kinderchors „We are the world“ von Michael Jackson bedankte sich Musikschulleiterin Beate Heydel bei allen Mitwirkenden.

Doudou Ngono, Gast an der Bibrisschule und Bindeglied zur Partnerschule in Kamerun, gab mit mehreren Liedern aus seiner Heimat noch eine Zugabe. Petra Schüssler verknüpfte geschickt das Reiseprogramm in ihrer Moderation. Dem Publikum hatte es offenbar gefallen, woran auch die Bewirtung durch den Freundeskreis der Patenschule in Kamerun ihren Anteil hatte. Beate Heydel hofft auf weitere Kooperationen dieser Art mit Schulen und Vereinen.