Herbrechtingen / Günter Trittner Der Verein Akrites hat in seinem Vereinsheim eine eigene Bibliothek eingerichtet. In den Büchern wird auch die eigene Vergangenheit bewahrt als die Griechen noch an der Schwarzmeerküste siedelten.

Nach den Ägyptern waren es die Griechen, die sich Büchersammlungen zugelegt haben. Dem Tyrannen Peisistros, der um 600 vor Christus geboren sein soll, wird nachgesagt, die erste öffentliche Bibliothek gegründet zu haben. Aus dieser Perspektive scheint es weniger verwunderlich, dass der Verein Akrites dieser Tage im Vereinsheim im Vohenstein eine eigene Bibliothek eingerichtet hat. In Zeiten, in denen alles digital werden soll, setzen die Pontos-Griechen auf das gedruckte Wort.

Leseraum und Arbeitsplatz

500 Bücher finden sich in dem eigens eingerichteten Bibliotheksraum mit Lese- und Arbeitsplatz und Buchleihe-System. 200 sind noch auf dem Weg von Griechenland.

Ein Schwergewicht der Bücherei liegt natürlich auf der Heimatgeschichte.

Nach dem Krieg vertrieben

In der Umbruchsituation nach dem Ersten Weltkrieg waren die in der historischen Landschaft Pontos an der Südküste des Schwarzen Meers lebenden Griechen von den Türken verfolgt und vertrieben worden. Ihre neue Heimat fanden die 1,5 Millionen Flüchtlinge vorwiegend in der Provinz Makedonien. Der in Thessaloniki ansässige Ausschuss Pontische Forschung hat dem Verein das 51 Bücher umfassende „Archiv des Pontos“ gespendet.

Professor hält Vortrag

Zur Eröffnung der kleinen Bücherei, die auch eine Kinderspielecke hat, war Theodosius Kyriakidis gekommen. Der Professor für Moderne Geschichte an der Universität Makedoniens berichtete in seinem Vortag im Bürgersaal des Rathauses von Schriftstücken, Büchern und Ikonen, die im Pontos von griechischen Gelehrten erstellt worden sind. Die oft geraubten Werke seien heute in Museen auf der ganzen Welt verteilt. Die Akademische Gemeinde in Griechenland bemüht sich um eine wissenschaftliche Aufarbeitung.

Im Vereinsheim wurde dann feierlich ein Band zum Bücherraum von vier Kindern der kleinen Tanzgruppe durchschnitten.Vorgestellt wurde von Christos Savvidis aus Berlin ein griechisches Märchen. Hierin darf der kleinen Achilles durch den Pontos reisen.

Der Verein Akrites plant für die Zukunft eine Kooperation mit anderen Büchereien und auch deutsche Lesungen.

Griechischer Weihnachtsmarkt

Für die nächste Zukunft ist ein kleiner Weihnachtsmarkt beim Vereinsheim an der Robert-Bosch-Straße 12 geplant. Am 14. und 15. Dezember gibt es von 12 bis 19 Uhr auch Gutes zu essen.      

Der Verein Akrites feierte sein 30-jähriges Bestehen. Die Wahrung der Tradition und die Integration geht bei den Pontos-Griechen Hand in Hand. Bürgermeister Vogt sprach von einer Bereicherung für die Stadt.