Herbrechtingen / Melanie Schiele Im Rahmen der bundesweiten Protestaktion Night of Light wurden auch mehrere Gebäude im Landkreis Heidenheim in der Nacht von Montag auf Dienstag rot illuminiert. Die Licht- und Tontechnikunternehmen von Daniel von Fürich und Michael Nusser waren in Herbrechtingen beziehungsweise Gerstetten zugange. Dieses Fazit ziehen die beiden Teilnehmer.

Rot leuchtend hat man die neue Bibrishalle in Herbrechtingen zuvor noch nie gesehen. Anlässlich der „Night of Light“ erstrahlten in der Nacht von Montag auf Dienstag auch der Wasserturm in Gerstetten sowie das Naturtheater in Heidenheim in rotem Licht.

Die deutschlandweite Protestaktion, die die Initiative für die Veranstaltungswirtschaft ins Rollen brachte, soll ein Zeichen für die insolvenzbedrohte Eventbranche setzen und die Politik zum Umdenken bewegen. In Zeiten von Corona, in denen Großveranstaltungen untersagt sind, stehen viele Firmen vor dem Aus. Das betrifft nicht nur Veranstalter, sondern auch Spielstätten, Zulieferer und Dienstleister.

Positive Resonanz

Die Aufmerksamkeit in jener Nacht war sowohl Daniel von Fürich in Herbrechtingen als auch Michael Nusser in Gerstetten sicher. Mit ihren Licht- und Tontechnikunternehmen, die beide nebenberuflich betreiben, beteiligten sie sich an der Protestaktion. Nach eigenen Aussagen kamen jeweils rund 100 Personen zur Bibrishalle und an den Wasserturm, um sich das Licht-Spektakel anzusehen und zu fotografieren. „Die Reaktionen der Besucher fielen durchweg positiv aus. Ihnen gefiel das Ergebnis nicht nur optisch, sondern auch der Zweck des Ganzen“, sagt Daniel von Fürich.

Beide Teams waren mehrere Stunden und bis tief in die Nacht mit dem Auf- und Abbau beschäftigt, obwohl ihre Existenzen durch die Krise nicht gefährdet sind. Warum dann die Teilnahme an der Night of Light? „Aus Solidarität gegenüber den direkt betroffenen Kollegen, denen es gerade richtig schlecht geht“, erläutert Michael Nusser.

Laut Initiative für die Veranstaltungswirtschaft wurden bundesweit fast 9000 Gebäude in mehr als 1500 Städten illuminiert. „Wir hoffen, dass die Politik jetzt wach geworden ist und sich dazu bereit zeigt, mit uns in einen lösungsorientierten Dialog einzutreten“, teilt Tom Koperek, Initiator der Night of Light, am Dienstag mit. Der Vorstandsvorsitzende der LK-Aktiengesellschaft in Essen prognostiziert, dass die Veranstaltungsbranche die nächsten 100 Tage nicht überstehen wird. Es wird echte Hilfe anstelle von Kreditprogrammen benötigt.

Um die Bundesregierung auf die notleidende Veranstaltungswirtschaft aufmerksam zu machen, gibt es heute Nacht in ganz Deutschland hunderte Lichtinstallationen. Auch im Kreis Heidenheim wird es dann leuchten – in einer ganz bestimmten Farbe.

Die deutschlandweite Protestaktion „Night of Light“ soll auf die insolvenzbedrohte Veranstaltungswirtschaft infolge der Corona-Pandemie hinweisen. Auch Daniel von Fürich aus Herbrechtingen wird sich mit seinem Licht- und Tontechnikunternehmen beteiligen.