Herbrechtingen / MICHAEL BRENDEL Den Zaungästen, die im Vorbeigehen einen Blick auf den Rathausplatz werfen, bietet sich täglich ein anderes Bild. Quadratmeter für Quadratmeter werden nämlich mittlerweile zwischen den Mauern, die als Sitzgelegenheiten dienen und den Höhenunterschied zwischen den beiden Ebenen auffangen, Betonplatten verlegt.

Knapp 150 Kilogramm bringt ein jedes der Beton-Parallelogramme auf die Waage, die sich zum Bodenbelag des neugestalteten Rathausplatzes fügen. Etwa 30 Arbeitstage sind laut Dieter Frank, dem Leiter des Fachbereichs Bau, einzuplanen, bis die Verlegung auf der kompletten, rund 3000 Quadratmeter großen Fläche abgeschlossen ist.

Weil der Platz auf der Tiefgarage des Buigen-Centers liegt und deren Stützpfeiler über eine begrenzte Tragfähigkeit verfügen, sind die Betonplatten in einigen Bereichen zehn, in anderen lediglich acht Zentimeter stark. Eine weitere Gewichtsersparnis ergibt sich aus der Verwendung von hoch tragfähigem Glasschotter, der lediglich 0,2 Tonnen pro Kubikmeter auf die Waage bringt, während es bei herkömmlichem Schotter 2,4 Tonnen sind.

Das Material wird auf der mit mehreren Lagen abgedichteten Garagendecke verteilt, als weiterer Aufbau folgt dann ein Vlies als Abtrennung zu einer Schicht aus Splitt, in der schließlich der Belag ruht. Breite Fugen sorgen dafür, dass der Regen in verdeckt liegende Entwässerungsrinnen fließen kann.

Dort, wo die Betonplatten über die Mauern hinausragen, werden Aluminiumschienen für die indirekte LED-Beleuchtung installiert. Mit PVC ausgegossen, sind sie gegen Spritzwasser geschützt. An mehreren Stellen wurden Hülsen befestigt, in denen später Sonnenschirme oder – vor dem Jugendhaus – Sportgeräte wie zum Beispiel ein Volleyballnetz verankert werden können. Am gewohnten Platz wurde zudem ein Fundament für einen bis zu 30 Meter hohen Maibaum gegossen, nachdem die Befestigung bislang zwar ebenfalls sicher, jedoch vergleichsweise provisorisch erfolgte. Während aktuell auf der Nordseite des Platzes der Treppenzugang zur Tiefgarage um 180 Grad gedreht wird, um den Abschluss zu den angrenzenden Grundstücken gestalten zu können, dürften noch einige Wochen vergehen, bis der verglaste Rathauseingang, dessen Türen sich im Sinne der Barrierefreiheit automatisch öffnen und schließen sollen, etwas nach außen versetzt wird. Unmittelbar daneben entstehen vier Ladestationen für E-Bikes. Vorgesehen ist auch ein W-Lan-Hotspot, der den Rathausplatz abdeckt.

Die Arbeiten hinken zwar um einige Tage dem Zeitplan hinterher, dennoch ist Frank zuversichtlich, dass die Oberflächengestaltung wie angepeilt in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. Voraussichtlich erst 2016 folgen dann Restarbeiten in den Randbereichen und die Pergola nach Norden hin. Frank zeigt sich auch hoffnungsfroh, dass die jetzt im Raum stehende Summe von 1,2 Millionen auch tatsächlich ausreicht. Zuletzt hatten im Gemeinderat zusätzliche Ausgaben in Höhe von 90 000 Euro für Verärgerung gesorgt. Grund: Die Technik in der Brunnenstube muss entgegen der früheren Aussage eines Fachmannes nun doch erneuert werden.

Wenngleich der Platz nach seiner Fertigstellung weniger Absätze und Stufen aufweisen wird als zuvor, bleiben die Nutzungsmöglichkeiten auch in Zukunft begrenzt: Schwere Fahrzeuge dürfen wegen der begrenzten Tragfähigkeit nicht drauf, sagt Roland Banzhaf vom Fachbereich Bau und verweist darauf, dass Poller entlang der Langen Straße dies unmissverständlich klarmachen sollen. Für Reinigungsarbeiten und das Schneeräumen stehe allerdings ein geeignetes Gerät zur Verfügung.

Stark zu leiden unter den zeitweise mit viel Staub und Dreck verbundenen Bauarbeiten haben insbesondere die beiden gastronomischen Betriebe im Buigen-Center. Die Inhaber klagen über erhebliche Umsatzeinbußen.