Herbrechtingen / HZ Im alten Bolheimer Steinbruch musste die Bergwacht Herbrechtingen überwucherte Felsformationen frei schneiden.

Neben der Rettung verletzter Personen aus unwegsamen Gelände gehören auch Naturschutzmaßnahmen zu den Aufgaben der Bergwacht Herbrechtingen. Im Auftrag des Landschaftserhaltungsverbands Heidenheim war jüngst ein Team von Aktiven und Jugendlichen zur Felspflege im stillgelegten Bolheimer Steinbruch tätig. Dieser ist Teil des Urweltpfads Bolheim“.

Ziegen leisteten Vorarbeit

Dort galt es die teils stark verwilderte Felsstruktur vom Bewuchs zu befreien. Die vorab hier zur Weide stationierten Ziegen hatte gute Vorarbeit geleistet.

Brüchiger Kalkstein

Mit Motorsägen und Freischneidern wurden zunächst das Buschwerk und einzelne Bäume am Wandfuß ausgelichtet und Schneisen zum Abtransport des Schnittgutes angelegt. Im brüchigen Kalkstein war bei den Arbeiten im unteren Teil äußerste Vorsicht geboten. Unter Seilsicherung erfolgten danach die abschließenden Arbeiten im oberen, stark verwitterten Bereich.

Lehrpfad führt in die Erdgeschichte

Der Naturlehrpfad in Bolheim, der auch zu diesem Steinbruch führt, war im Mai 2011 eingeweiht worden. Die Anregung dazu hatte der aus Bolheim stammende Diplom-Geograph Andreas Ziemann gegeben, der in seiner Diplomarbeit die Fläche zwischen Bolheim und dem Ugental wissenschaftlich untersucht hatte.

Wellen des Urmeers

Auf dieser Fläche lassen sich 160 Millionen Jahre Erdgeschichte dokumentieren. Der Lehrpfad führt über eine Länge von acht Kilometern zu zwölf Stationen, die jeweils ein Fenster in die verschiedenen geologischen Gegebenheiten öffnen. Über Bolheim kann man noch den letzten Wellenschlag des Urmeers spüren. Vor 145 Millionen Jahren war hier die schwäbische Karibik. gt