Weihnachten ohne Posaunenchor? Eigentlich ist das in der evangelischen Kirche gar nicht denkbar. Corona hat anderes gelehrt. Im vergangenen Jahr durften die Posaunen zu Ehren Gottes und zur Freude der Menschen gar nicht erklingen. Dieses Jahr war dem Herbrechtinger Chor zumindest die Kurrende erlaubt. Entsprechend groß war die Freude der Musiker.

Morgens ab 8.30 Uhr ließen sie am ersten Weihnachtsfeiertag an ausgewählten Stationen weihnachtliche Klänge erklingen. Die Herbrechtinger müssen darauf schon gewartet haben. Sie winkten und klatschen, wenn der Chor in ihrer Nähe war und bedankten sich so für die Ständchen. Damit nicht zuviel Publikum erscheinen konnte, durften die Stationen vorab nicht bekanntgegeben werden.

In Eselsburg wurde ein Ständchen für zwei ehemalige langjährige Bläserkollegen und Ehefrauen gespielt. Dort durften dann sogar die weihnachtlichen Stücke gewünscht werden. Wenn es Corona erlaubt, möchte der Posaunenchor auch am Ostersonntag, wie seit Jahrzehnten üblich, die Tradition der Kurrende für die Herbrechtinger fortsetzen.

Kurrende kommt aus dem Lateinischen und hat mit den Laufen zu tun. Ursprünglich waren es Schüler protestantischer Einrichtungen, die singend von Haus zu Haus zogen und um Geld baten. Heute zieht der Posaunenchor, um Freude zu spenden.

Günter Trittner