Stadtrat Dieter Mathes (CDU) war nicht der Erste, der im Gemeinderat das schäbige Aussehen des Bahnhofsgebäudes ansprach. Bereits im November 2016 hatte Hermann Mader (Freie Wähler) während einer Sitzung des Gremiums vom „schlimmsten Gebäude in der ganzen Stadt“ gesprochen. Unbestreitbar: Die Visitenkarte der Stadt für Bahnreisende wartet mit einer seltsamen Mischung aus Graffiti und Moos aus.

In Kontakt mit einer Spezialfirma

Die Stadtverwaltung ist seit dem letzten Hinweis von Mathes nicht untätig geblieben. Man steht in Kontakt mit einer Spezialfirma. „Denn einfach abwaschen geht nicht“, hat Dieter Frank, der Fachbereichsleiter Bau, in Erfahrung bringen müssen.

Denn das 1874 errichtete Gebäude steht erstens unter Denkmalschutz und zweitens verlangt der Kalkstein eine besondere Behandlung, wenn er nachhaltig saniert werden soll.

Heidenheimer Marmor wurde eingesetzt

Auch zum Bau des Herbrechtinger Bahnhofs wurde Oolith verwendet. Der in nahegelegenen Steinbrüchen gebrochene und in Form gebrachte Kalkstein hatte als „Heidenheimer Marmor“ damals seine Hochzeit. Aus dem hellen, wetterbeständigen Kalkstein wurden Denkmale, Kirchen und Schlösser gebaut. Und in Teilen auch die Bahnhöfe der Brenzbahn.

Frage nach einer Nutzung seit Jahren offen

Frank geht inzwischen davon aus, dass eine konservierende Behandlung der Mauern kostenintensiv ist. Damit stellt sich aufs Neue die Frage, wie der Bahnhof künftig genutzt werden soll. Konkrete Pläne hat die Verwaltung derzeit nicht.

Im Herbst 2014 hatte die Stadt nach jahrelangem Bemühen das Gebäude von der Gesellschaft kaufen können, welche die DB in Sachen Liegenschaften beraten hat. 78 000 Euro betrug der Kaufpreis. Für eine Instandsetzung hatte die Verwaltung damals einen Betrag von gut 1,5 Millionen Euro veranschlagt.

Landesdenkmalamt hat ein Auge auf den Bahnhof

Das Landesdenkmalamt hatte damals darauf hingewiesen, dass das Stationsgebäude aus wissenschaftlichen und künstlerischen Gründen ein Kulturdenkmal darstelle, dessen Erhalt wegen seines dokumentarischen Werts im Interesse der Öffentlichkeit liege.