Es ist nochmal alles gut gegangen. Nach zwei Jahren ohne einen Maibaum hat Herbrechtingen wieder ein schönes Exemplar auf dem Rathausplatz stehen. 2020 und 2021 fiel die Aufstellung wegen Corona flach. Dass sich die Bevölkerung dieses Jahr an dem Symbol der Liebe und der Lebensfreude erfreuen kann, ist vor allem einer Privatperson zuzuschreiben – der unermüdlichen Beate Häring. Die Bolheimerin hat sich, wie schon vor der Pandemie und seit 2018, der Sache angenommen und einen Baum sowie die Veranstaltung am vergangenen Samstag organisiert.

Dieses Mal allerdings mit der Unterstützung der Stadt Herbrechtingen im Rücken. Laut Häring habe die Verwaltung sie schon im Februar gefragt, ob sie an einer Mitwirkung interessiert sei. „Da konnte ich natürlich nicht Nein sagen.“ Beinahe wäre der Einsatz umsonst gewesen, denn das Fest drohte ins Wasser zu fallen. Der letzte Apriltag gereichte dem Monat, der bekanntlich macht, was er will, zur Ehre. Am Nachmittag hatte es heftig zu regnen begonnen, aber Häring und ihre Mitstreiter entschieden sich gegen eine Absage. Das Durchhaltevermögen hat sich gelohnt: Zum Start des Festes um 18 Uhr war es wieder trocken, wenn auch etwas kühl. Einige Herbrechtingerinnen und Herbrechtinger konnte dies jedoch nicht davon abhalten, den Maibaum, der bereits am Vortag vom städtischen Bauhof und dem Unternehmen Holzbau Wiedenmann aufgestellt wurde, zu bewundern und dem zwischenzeitlich ungewohnten Treiben auf dem Rathausplatz beizuwohnen.

Musik und Tanz

Das Programm konnte sich sehen und hören lassen. Die jungen TSV-Cheerleader tanzten mit raschelnden Pompons, die Gruppe „Hilares Saltatores“ präsentierte historische Tänze, und auch die Männerformation „Schwabbelbäuche“ legte in gewohnt gewagter Bekleidung eine flotte Sohle aufs Pflaster. Darüber hinaus gab der Musikverein Herbrechtingen-Bolheim festliche Lieder zum Besten. Wegen Corona musste die Bevölkerung lange auf diesen Genuss verzichten, dafür kamen Blasmusik-Fans am vergangenen Wochenende voll auf ihre Kosten – schon am Tag drauf, am 1. Mai, spielte der Musikverein bei seinem Gartenfest in Eselsburg erneut. Die Bewirtung übernahm der Schützenverein, der sich sicherlich über die Einnahmen freute.

Die TSV-Cheerleader sorgten neben weiteren Tanzgruppen und dem Musikverein für gute Stimmung unter dem Maibaum.
Die TSV-Cheerleader sorgten neben weiteren Tanzgruppen und dem Musikverein für gute Stimmung unter dem Maibaum.
© Foto: Oliver Vogel

Das Mikrofon ging auch an Bürgermeister Daniel Vogt, der noch ein paar Worte an die feiernde Bevölkerung richtete. Das Stadtoberhaupt dankte Beate Häring für die Organisation und die Moderation an jenem Abend. Sie selbst sei erleichtert und froh, dass alles geklappt habe. „Es war ein super tolles Fest.“

Dieben einen Riegel vorgeschoben

Im Jahr 2019 wurde der Maibaum am Vorabend gestohlen, um eine Auslöse zu erhalten. Als die Diebe erfuhren, dass das Fest sozusagen privat ausgerichtet wurde, verzichteten sie darauf und gaben den Baum zurück. Dass sich dieses Ereignis in 2022 nicht wiederholte, ist einer Idee des städtischen Bauhofes zu verdanken. Dieser befestigte unten am Stamm Stahlstreben, sodass der Baum nicht umgesägt und geklaut werden konnte.