Auch ich bin sehr enttäuscht über die Ablehnung eines Außenreitplatzes für den Ugenhof durch den Gemeinderat Herbrechtingen. Seit mehr als 20 Jahren wird Pferdehaltung auf dem Ugenhof betrieben.

Ein Außenreitplatz ist für die Haltung von Reitpferden nahezu überall selbstverständlich. Es wird dazu, wie in der HZ beschrieben, keine Bodenfläche versiegelt, sondern lediglich die obere Bodenschicht durch Schotter, zerkleinerte Ziegel und Sand ersetzt, also ein ähnlicher Aufbau wie bei jedem Feldweg.

Dass die Familie Bücheler nicht als landwirtschaftlicher Betrieb gilt, weil die Pferde nicht zu mindestens 50 Prozent das Futter von eigenen Flächen erhalten, erscheint mir völlig unlogisch. Pferde sind Stalltiere. Es fällt Pferdemist an. Das Futter kommt aus der (eigenen oder fremden) Landwirtschaft. Was anderes ist Pferdehaltung als Landwirtschaft?

Zwei weitere Aspekte kommen hinzu: Die Pferdehaltung ermöglicht den Behinderten den Reitsport. Und die Reiter am Ugenhof sind so erfolgreich, dass sie sogar an Wettbewerben in Berlin teilnehmen, worauf die Gemeinde Herbrechtingen/Bolheim stolz sein und deshalb diese Arbeit unterstützen sollte.

Das Argument, hier keinen Präzedenzfall schaffen zu wollen, ist kein plausibles. Hier sollte doch der Einzelfall mit gesundem Menschenverstand entschieden werden. Dass der Fall jetzt beim Regierungspräsidium in Stuttgart liegt, lässt nichts Gutes erwarten. Das Regierungspräsidium ist mit den Details und den örtlichen Gegebenheiten nicht vertraut.

Ich würde mir wünschen, dass der Gemeinderat seine Entscheidung nochmals überdenkt und einen positiven Entscheid für den Außenreitplatz trifft, und dass damit auch eine Entscheidung des Regierungspräsidiums überflüssig wird.
Andreas Köhler, Heidenheim