Herbrechtingen / hz Leserbrief zu Demonstrationen gegen „Einschränkungen der Grundrechte“

Wenn ich mir die Bilder in den Medien von verschiedenen Demonstrationen gegen die sogenannten „Einschränkungen der Grundrechte“ anschaue, kommt mir das kalte Grausen vor so viel Dummheit und Ignoranz und auch die Angst vor den neuen Tätern, nämlich den Leuten, die nicht wie alle anderen sich bereits seit Wochen zurücknehmen und diszipliniert sind, sondern die das nicht tun und uns alle damit gefährden.

Ich finde eine Demonstration gegen Unrecht ein durchaus legales Mittel, um seinen Unmut kund zu tun. Was sich da aber am Wochenende getan hat und immer noch tut (In München wird eine große Demonstration vorbereitet), macht für mich deutlich, dass keine Rede sein kann von „wir helfen alle zusammen“, und auch den neuen „großen Zusammenhalt der Gesellschaft“ suche ich vergeblich.

Was ich hier sah, war das rücksichtslose Vorgehen von Leuten, die ohne Verantwortung, ohne Einhaltung jedweder Regeln, weder zum nötigen Mindestabstand noch zur Maskenpflicht, und hat nur mit beispiellosem Egoismus, ohne jegliche Eigenverantwortung, und mit ganz viel Dummheit zu tun.

Das ist keine Freiheit, die im Grundgesetz zugesichert wird. Damit wird billigend in Kauf genommen, dass man sich – vielleicht ohne es zu wissen – gegenseitig ansteckt und damit andere Menschen, weil niemand wissen kann, ob er selbst das Virus trägt.

Damit nehmen diese Leute uns anderen, die wir seit Wochen diszipliniert leben, die Freiheit und vielleicht auch die Gesundheit.

Und um zu lernen was Grundrechte sind und wie sich das anfühlt, wenn dagegen verstoßen wird, empfehle ich einen längeren Aufenthalt in Russland oder dergleichen Ländern.

Elisabeth Brenz, Herbrechtingen