Gerne hätte ich an der Abstimmung in der HZ über das Bootfahren im Eselsburger Tal teilgenommen, aber in keiner der möglichen Antworten konnte ich mich wiederfinden.

Partyboote mit Lärm und Alkohol

Dass das Bootsaufkommen im vorigen Sommer zu groß war für diesen kleinen Wiesenfluss steht außer Frage und war natürlich auch den fehlenden Urlaubsalternativen wegen Corona geschuldet. Es waren sehr viele Auswärtige auf dem Wasser und sehr, sehr viele „Partyboote“ mit viel Alkohol und Lärm, deren Besatzungen es offensichtlich mehr um den Spaß als um das Naturerleben ging.

Disziplinierte Paddler

Das in meinen Augen undifferenzierte Befahrungsverbot von April bis Mitte Juli ist aber ein Schlag für all die Paddler, die sich seit Jahren sehr diszipliniert an Naturschutzregeln halten, zum Beispiel nur in Gewässermitte und zügig durchfahren, Müll eher noch sammeln und mitnehmen als hinterlassen etc.

Es hätte doch viele Lenkungsmöglichkeiten gegeben: zum Beispiel die Anzahl der Boote begrenzen (wie etwa auf der oberen Donau), Befahrungszeiten einschränken, Bootsbreite vorgeben, die Ein- und Ausstiegsstellen kennzeichnen und mit Infos zur Sensibilität des Gewässers versehen und vieles mehr.

Magazin empfiehlt die Brenz

Besonders pikant ist in diesem Zusammenhang, dass die Brenz im Kanumagazin vom April 21 als sehr lohnendes Frühjahrsziel vorgestellt wird – in einem Zug genannt mit Wiesent, Amper und Schwarzem Regen.

Vielleicht hätten die für die Brenzsperrung Verantwortlichen sich von den differenzierten Befahrungsregeln für die obengenannten Flüsse einige Anregungen holen können. Die Brenz ist ja nicht der einzige beliebte Fluss, der (zu)viele Bootfahrer anzieht. Zuletzt bin ich gespannt auf die Parkplatzsituation an der Brücke bei Anhausen ab Mitte Juli. An schönen Tagen ist der Parkplatz jetzt schon mit Besucherautos gefüllt. Wie mag das in den Sommerferien werden, wenn sich alle auf diesem Parkplatz drängen müssen, weil man in Bolheim nicht mehr einsteigen darf? Und dann völlig ungebremst alles was schwimmt (immerhin sind Sommerferien!) auf der Brenz unterwegs ist.

Barbara Illenberger, Heidenheim