Als geimpfter Demokrat möchte ich an dieser Stelle eine Lanze für alle Ungeimpften brechen. Wie diese Gruppe von Bürgern mit Druck, Hass und Hetze von Seiten der Politik, Medien und Geimpften drangsaliert wird, ist einer Demokratie unwürdig.

Die meisten Wissenschaftler sind sich einig, dass Geimpfte nach wenigen Monaten ebenso infektiös sind wie Ungeimpfte und doch wird von einer „Pandemie der Ungeimpften“ gesprochen. Zwischenzeitlich werden Ungeimpfte von SPD-Politikern schon als Terroristen und Gefährder bezeichnet, weil angeblich von dieser Gruppe eine erhöhte Gefahr für alle anderen Bürger ausgeht.

Da werden Menschen (siehe Herrn Kimmich und viele Normalbürger), die sich vorbildlich an die Verhaltensregeln halten und sich im Gegensatz zu geimpften Mannschaftskollegen/ Familienmitgliedern nicht infizieren, denunziert, beschimpft und genötigt, Sie werden durch Quarantäne, Gehaltskürzungen und Zugangsbeschränkungen bestraft, für die vorbildliche Beachtung der Verhaltensregeln. (hier sind keine Coronaleugner und Querdenker gemeint). Im Gegensatz hierzu lassen die meisten Geimpften alle Hemmungen fallen, vergessen alle Hygieneregeln, begrüßen sich mit Umarmungen und Küsschen links/rechts, infizieren sich und die Ungeimpften und bekommen hierfür auch noch von der Politik einen Freipass für ihr Verhalten, indem sie sich im 2G-Bereichen ohne Maske aufhalten dürfen. Zwischenzeitlich ist nachgewiesen, dass ca. 50% der Infektionen in Clubs erfolgen und ca. 20% in Bars. Dabei gibt es hier meist nur Zutritt für Geimpfte und Genesene. Wie kommen unsere Politiker darauf, die momentane Situation als „Pandemie der Ungeimpften“ zu bezeichnen?

Ich behaupte, wir haben eine Pandemie der falschen Corona-Politik. Überlastete Intensivstationen mit Patienten auf den Gängen hat es auch schon vor Corona durch Grippewellen gegeben, Herr Span wollte deshalb bereits vor Corona 13000 Pflegekräfte neu einstellen, das Gegenteil ist eingetreten. Sonderbar erscheint mir jedoch, dass in 2020 durch die staatliche Vergütung für den Aufbau von Intensivbetten das Personal vorhanden war. Ein Schelm, der Böses denkt!!! Die Hospitalisierungsrate lag Ende 2020 mehr als zweifach höher bei ca. 15, dieses Jahr in 2021 liegen wir bei ca. 6. Letztes Jahr hatten wir noch keine Impfung und dieses Jahr sollte alles aufgrund der Impfung glimpflicher ablaufen. Leider hielt das Impfen nicht was versprochen wurde.

Obwohl alle Experten vor der 4. Welle im Herbst 2021 gewarnt haben, hat es unsere Regierung zugelassen, dass dieses Jahr ca. 6000 Intensivbetten abgebaut wurden, dass die Fluktuation der Intensivpflegekräfte nicht gestoppt wurde, dass die Alten- und Pflegeheime mit seinen 3 Mio. Bewohnern nicht ausreichend geschützt wurden und somit die Intensivstationen füllen, dass kostenlose Testzentren kurz vor der kalten Jahreszeit abgebaut wurden, dass eine nutzlose Corona-App für 68 Mio. € ins Leben gerufen wurde, dass Infektionsketten von Hand anstelle digital nachverfolgt werden, dass im Infektionsfall lediglich die infizierte Person in Quarantäne muss, während die restlichen Familienmitglieder/Kontaktpersonen die Krankheit weiterverbreiten dürfen, Dieser Umstand mit den vernachlässigten Maßnahmen sind das Übel der momentanen Pandemie und nicht die niedere Impfquote.

Immer häufiger hört man den Ruf nach einer Impfpflicht, dabei fördert dies nur Widerstand und Trotz. Im Wartezimmer eines Arztes habe ich beobachtet, dass die Masken der Wartenden unter dem Kinn hängen, die Patienten in Zeitungen lesen, die schon durch Dutzende andere Hände gegangen sind und zum Umblättern werden regelmäßig der Finger abgeleckt. Wo bleibt der Aufruf zur Einhaltung der Hygieneregeln? Impfen ist nicht der Ausweg aus der Pandemie, denn auch die Booster-Impfstoffe sind nicht auf die Deltavariante

ausgelegt. Wann kommt die Einsicht, dass Impfung lediglich ein Eigenschutz für die Erkrankten ist und weniger ein Fremdschutz zur Einschränkung der Verbreitung. Es ist eine Illusion, wenn man meint, die Verbreitung des Virus lasse sich durch die Impfung komplett vermeiden. Sollten die bisherigen Tests ihre Berechtigung haben, dann ist die Sicherheit vor einer Infektion bei getesteten Ungeimpften höher einzuschätzen als bei ungetesteten Geimpften.

Nachdem nun auch Geimpfte Teil des Infektionsgeschehens sind, lassen sich Einschränkungen für Ungeimpfte nicht mehr rechtfertigen, denn Grundrechtseinschränkungen sollten sich lt. Grundgesetz nur gegen Störer richten und Störer sind nicht die Ungeimpften, sondern die Infizierten. 2G führt zu Scheinsicherheit, und zu einer 2-Klassengesellschaft, die unsere Nation noch mehr spaltet. 2G hat nichts mit Wissenschaft zu tun sondern ist lediglich ein politisches Instrument zum Impfzwang um vom politischen Versagen abzulenken und dabei die Ungeimpften zu diskriminieren. Auch sind wir inklusive von 6.000.000 Genesenen bereits bei der anvisierten Herdenimmunität von ca. 70% angekommen, somit bleibt als einzige vernünftige Alternative neben der Impfung die Testpflicht für alle Besucher von (Groß-) Veranstaltungen und die strikte Einhaltung der Hygieneregeln so lange, bis entweder wirksamere Impfstoffe, oder wirksame Medikamente entwickelt werden.

Reiner Schmid, Herbrechtingen