Herbrechtingen / Günter Trittner Das Wohnungsbauunternehmen will weiterhin am Amselweg 43 Wohnungen bauen, allerdings nicht die in Herbrechtingen verlangten zwei Stellplätze je Einheit.

Wilfried Haut will es darauf ankommen lassen: „Stellplätze oder Wohnungen?“. Diese Frage wird der Geschäftsführer der Kreisbaugesellschaft Mitte des Jahres dem neuen Bürgermeister und Gemeinderat stellen. Nach wie vor ist das Wohnbauunternehmen daran interessiert, am Amselweg 43 kostengünstige Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen zu bauen. Aber nicht unter der Vorgabe, dass jede Wohnung zwei Stellplätze haben muss. Diese Forderung ist in Herbrechtingen gleichsam ungeschriebenes Gesetz. Die Landesbauordnung gibt aber einen Stellplatz je Einheit vor.

Weil der Mehrheit der Stadträte nicht die von der Kreisbau geplanten 1,56 Stellplätze je Wohnung akzeptieren wollten, hatte die Kreisbau im Juni 2018 ihre Bauvoranfrage für die fünf Mehrfamilienhäuser zurückgezogen. Damals hatte die Kreisbau angedeutet, dass dieses Bauvorhaben zugleich der Einstieg in eine größere Neustrukturierung des Viertels sein könnte.

„Der Mieter zahlt zweimal“

Haut, der nochmals die Pläne für den Amselweg studiert hat, kann der Stadt kein weiteres Entgegenkommen in Aussicht stellen. „Überall rollt man uns den roten Teppich aus“, verweist Haut auf eine Fülle von Bauprojekten in Kreisgemeinden, die alle nach der Landesbauordnung abgewickelt werden. Ein weiteres Argument des Geschäftsführers: Mit zwei Stellplätzen je Einheit könnten die Mieten nicht bei den angepeilten neun Euro je Quadratmeter gehalten werden. „Sie steigen um um 1,00 bis 1,10 Euro.“ Dabei, so Haut, der Mieter müsse zweimal zahlen. „Denn er muss ja auch noch die Gebühr für den Stellplatz aufbringen.“ Von den 43 Wohnungen am Amselweg werden laut Haut 24 nur zwei Zimmer haben: „Nicht jeder Haushalt hat da zwei Fahrzeuge.“ Er verweist auf seine Erfahrung als langjähriger Geschäftsführer. In Giengen etwa stünden seit 20 Jahren zwei Tiefgaragen in Kreisbau-Gebäuden völlig leer. „Das ist teuer vergrabenes Geld.“ Effizienter wäre es, in andere Mobilitätskonzepte und den ÖPNV zu investieren. „Da muss ein Umdenken im Gemeinderat stattfinden.“

Zuletzt verweist Haut auf den Aufsichtsrat der Kreisbau: „Der verlangt, dass wir wirtschaftlich arbeiten.“ Derzeit konzentriere man sich im Wohnungsbau auf die Kommunen, in denen man volle Unterstützung habe.