Herbrechtingen / Elena Kretschmer Die vom Pfarrerehepaar Rau und vom Heimatverein organisierte Veranstaltung kam bei den Besuchern gut an.

„So viele Weißwürste haben die Helfer vom Heimatverein noch nie verkauft. Am Schluss gingen sogar kurzzeitig die Getränke aus“, resümiert Pfarrer Michael Rau den Sonntag. Da nämlich fand beim Herbrechtinger Heimatmuseum im Rahmen des Gartenfestes der erste Keltentag statt. Die Veranstaltung war eine Idee des evangelischen Geistlichen und seiner Frau Heike, die sich seit Jahren mit dem Keltentum beschäftigen. Als Darstellergruppe „Teuta Opie“ schlüpfen sie sogar in die Rolle der frühen Kelten – eben auch am Sonntag.

„Mein Bruder war als Drechsler da und konnte den Leuten viel zeigen“, sagt Pfarrer Rau freudig. Vor allem die Kinder hätten ihren Spaß an der per Fuß betriebenen keltischen Drechselbank gehabt, an der sie selbst etwas drechseln durften. Der Pfarrer selbst hatte seine selbstgemachten Fibeln ausgestellt. „Die häufigste Frage, die gestellt wurde, war, was denn nun eigentlich eine Fibel ist. Viele waren irritiert, weil es für sie das Lesebuch aus der Kindheit war.“ Dabei sind es handgefertigte Broschen, die die Kelten benutzten, um ihre Gewänder zusammenzuhalten – quasi die Sicherheitsnadeln des Eisenzeit.

Den ganzen Tag erklärt

Heike Rau hatte ihre Webvorrichtungen dabei und webte Brettchenborten. „Sie wurde auch den ganzen Tag belagert“, so Michael Rau scherzhaft. Allgemein hätten die Besucher unzählige Fragen gestellt – von Beginn an, also ab circa 10.30 Uhr bis zum Ende gegen 17 Uhr. „Das war teilweise wirklich anstrengend. Aber es hat natürlich großen Spaß gemacht, zumal die Leute wirklich sehr interessiert waren“, so Rau.

Anhand verschiedener Gegenstände wie Gürteln, Hüten oder Messern versuchten die insgesamt sieben Darsteller, den Besuchern die Lebensweise der Kelten näher zu bringen. „Wir hatten verschiedene Vorzeigestücke zum Anfassen dabei und ich habe dann nachmittags noch eine kleine Präsentation gemacht, um die Kelten zeitlich einzuordnen und zu erklären, wie Herbrechtingen als keltischer Ort im 5. und 6. Jahrhundert vor Christus in die politischen Zusammenhänge gehörte.“ Außerdem habe er anhand der Darsteller erläutert, wie die Kleidung der Kelten funktionierte und welche Moden es schon damals gab. Dazu gehörten zum Beispiel auch die typischen Schuhe, die Pfarrer Rau selber macht.

Nachdem die Resonanz so überwältigend war, ist fürs kommende Jahr auch schon eine Fortsetzung in Planung. Im September werde es eine Besprechung dazu geben. Für das Pfarrerehepaar steht jedenfalls fest, dass sie beim nächsten Mal weitere Darsteller einladen, um sich auch mal ein wenig zurückziehen und durchatmen zu können. Ihr großer Dank gilt dem Heimatverein, der sich um Speisen, Getränke und das „Drumherum“ gekümmert hatte.