Herbrechtingen / Günter Trittner 850 Bürger wollten sich einen ersten Eindruck von den Zielen der neun Bewerber verschaffen.

14 Fragen aus dem Publikum, 126 Antworten der Kandidaten darauf, zuvor bereits 90 Minuten Reden, als sich die neun Bewerber je zehn Minuten erklärten, warum sie Nachfolger von Dr. Bernd Sipple im Amt des Bürgermeisters werden wollen. Es war ein dickes Paket an Information, das am Freitagabend in der Oskar-Mozer-Halle bei der ersten der drei Kandidatenvorstellungen für die 10 746 Stimmberechtigten geschnürt wurde.

Für 850 Personen war in der Halle aufgestuhlt worden. Mehr lässt der vorbeugende Brandschutz nicht zu. Beigeordneter Thomas Diem, der den Informationsabend leitete, musste einige Besucher abweisen und auf die weiteren Veranstaltung in Bolheim und Bissingen vertrösten. Die Herbrechtinger waren sichtlich gespannt darauf zu erfahren, wer nach 24 Jahren Dr. Sipple ablösen möchte. Schon vor der Saalöffnung um 18.15 Uhr hatten sich Schlangen gebildet.

In vielen Punkten einig

Inhaltlich barg der lange Abend keine Überraschungen. Herbrechtingen hat derzeit kein politisches Thema, das in Pro- und Kontra-Lager spaltet. Bürgernah versprachen alle Bewerberinnen und Bewerber zu sein.

Alle wissen um die Dringlichkeit der Sanierung des Schulzentrums im Bibris, wünschen einen raschen Breitbandausbau, wollen die hausärztliche Versorgung für Herbrechtingen und seine Teilorte sicherstellen, ausreichend Plätze in Kitas und Horten schaffen, das örtliche Gewerbe fördern, für Wohnraum sorgen und dabei den Flächenverbrauch im Auge behalten. Auch eine Art Bürgerbus wollten alle Bewerber gerne einsetzen und das Ehrenamt fördern.

Dieses alles, diese Gewissheit konnten die Besucher bereits mitnehmen, wird in Herbrechtingen passieren, wenn das künftige Stadtoberhaupt Wort hält und der Gemeinderat als höchstes Entscheidungsorgan mitzieht.

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Keiner kandidiert zum Spaß

Unterschiede unter den Bewerbern waren dennoch auszumachen, aber mehr in Art der Ansprache, in der Routiniertheit des Auftritts, im rhetorischen Geschick, im Aufbau des Vortrags, in der Tiefe der Lokal- und Sachkenntnis oder in der Persönlichkeit. Ein sogenannter Spaßkandidat war bei der Vorstellungsrunde nicht auszumachen. Regel für alle Veranstaltungen ist, dass während ein Bewerber spricht, die anderen in einem separaten und akustisch abgetrennten Raum warten. Erst zur Fragerunde sind dann alle gemeinsam auf der Bühne.

Info Die Antworten der Kandidaten in der Fragerunde lesen sie in der morgigen Ausgabe.