Herbrechtingen / Günter Trittner Stadtrat Martin Müller macht auf den Widerspruch aufmerksam, dass die Politik generell doch auf eine Entlastung der Familien dränge.

Stadtrat Martin Müller (Freie Wähler) machte auf diesen Widerspruch aufmerksam: Immer wieder fordere die Politik die Entlastung der Eltern, andererseits erhöhe man turnusmäßig die Kindergartenbeiträge. Seit Mai bereits liegen die Empfehlungen der Kirchen und der kommunalen Landesverbände der Verwaltung vor, die Elternbeiträge für das kommende Kindergartenjahr um acht Prozent und für das folgende Jahr nochmals um drei Prozent zu erhöhen. „Das ist für den Einzelnen ein ganz erheblicher Betrag, für den Träger aber kaum eine Entlastung.“

Letztlich aber waren es unter den sechs Nein-Stimmen im Wesentlichen die Sozialdemokraten, welche der von der Verwaltung vorgeschlagenen Übernahme der neuen Sätze widersprachen. Joachim Kuhn, der im Rathaus für Schulen und Kindergärten zuständig ist, führte aus, dass durch die neuen Beiträge vor allem die Tariferhöhungen für die Erziehungsfachkräfte ausgeglichen werden sollen.

Nach dem Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats werden Eltern im Kindergartenjahr 2017/18 statt bisher 112 Euro 121 und ab dem folgenden Jahr 124 Euro zahlen, wenn sie ihr Kind in eine Regelkindergartengruppe geben. Extras wie eine sechs- oder siebenstündige durchgehende Betreuung kosten 145 und 169 Euro und damit um rund 20 Euro mehr. Die Ganztagesgruppe ab 3 Jahren kostet statt 170 künftig 184 Euro. Ist das Kind nur zwei Jahre alt, müssen 346 (320) Euro bezahlt werden. Am teuersten ist der Besuch einer Krippe. Neun Stunden täglich kosten die Eltern 443 (bisher 410) Euro.

In Herbrechtingen bleibt man aber bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren weiterhin deutlich unter den Berechnungen des Gemeindetags, der Kirchen und der Landesverbände. Diese setzen einen Beitrag von 533 Euro bei einem neunstündigen Aufenthalt in einer Krippe an.

Bezahlt werden elf Monate

Pro Jahr werden elf Monatsbeiträge erhoben. Bei Familien mit mehreren Kindern unter 18 fallen die Beträge pro Kind niedriger aus. Eine Familie mit drei Kindern zahlt für ein Kind in der Regelgruppe nur noch 61 Euro und damit nur etwa die Hälfte des Beitrags einer Familie mit nur einem Kind.