Herbrechtingen / Günter Trittner Vor sieben Jahren hatte Petra Kurz noch gar keine Kamera. Jetzt ist sie ständige Begleiterin der Herbrechtingerin. Vor allem auf Reisen. Bei den Fotofreunden hat sie zu ihrem Hobby gefunden. Ihre Fotos will sie bald auch öffentlich zeigen.

Rund 3,2 Milliarden Smartphones sind weltweit im Einsatz. Damit ist rechnerisch jeder zweite Mensch auch ein Fotograf. Petra Kurz traut mehr ihrer Sony Alpha 57. Seit sechs Jahren ist die Kamera ihre Begleiterin. Und dies besonders, wenn es auf Reisen geht. Die 45-Jährige hat sich das Fotografieren zum Hobby gemacht. Und das über den Weg der Theorie und über die Herbrechtinger Fotofreunde, die derzeit ihre 28. Fotowoche abhalten.

Beim Fotografieren ist Kurz eine Spätberufene. Geknipst hatte sie schon in ihrer Jugend. Doch Filme entwickeln zu lassen, war damals teuer. Ein Arbeitskollege schließlich war es, der sie zu einem zweiten Versuch angestiftet hat.

Dieser erzählte ihr von den Fotofreunden Herbrechtingen. Vier Monate lang besuchte sie dort Vorträge und Workshops, bevor dann im Juli 2013 die Kamera gekauft wurde.

Der Blick ist entscheidend

„Mittelklasse“, sagt Kurz, aber bis heute ausreichend. Die Herbrechtingerin ist keine Fotografin, die in der Technik vorn mit dabei sein muss. Sie ist eine Sammlerin von Eindrücken. „Nicht die Kamera ist entscheidend, sondern der Blick des Fotografen.“

Thailand, Laos, Kambodscha, über mehrere Monate hatte Kurz im vergangenen Jahr eine berufliche Auszeit genommen, um mit dem Rucksack in Asien unterwegs und für soziale Einrichtungen tätig zu sein – „ein Jugendtraum“. Und um zu fotografieren. Über 10 000 Bilder hat sie mitgebracht und auf Festplatte gespeichert. Landschaften, Gebäude, Menschen, rührende Momente oder lustige Situationen: Die Kamera war immer in der Hand. „Ich will zeigen können, was es auf der Welt gibt“, ist ihr umfassender Anspruch.

„Sehen, beobachten, schnell umsetzen“, so kommt Kurz zu ihren Bildern. Moment­aufnahmen, keine Kompositionen. Sie verändert ihre Bilder auch deswegen nicht. Schärfe, Kontrast, Sättigung, Zuschnitt, da arbeitet sie nach, aber nur, „damit es für das Auge angenehmer wird“.

Audiovisions-Schau für Februar geplant

So privat wie ihre Bilder gemacht sind, so privat ist auch das Umfeld, für das sie in erster Linie bestimmt sind. Bislang. Aufgrund der guten Resonanz im Bekanntenkreis möchte Kurz jetzt den Schritt in eine größere Öffentlichkeit wagen.

Ihre Reise in Asien wird unter dem Titel „Eine Reise als Auszeit“ am 7. Februar 2020 bei der VHS in Herbrechtingen als Audiovisions-Schau zu sehen sein. Bei den Fotofreunden hat Kurz 2015 im Rahmen der Fotowoche einen eintrittspflichtigen Bildervortrag gehalten.

Zur Leidenschaft geworden

„Die Begeisterung ist mit dem Tun gewachsen“, kann Kurz rückblickend sagen. Zur Fachfrau in der Fotografie ist sie vor allem durch die Herbrechtinger Gruppe geworden. „Mit wurde hier viel gezeigt“, sagt Kurz, „und bei allen Fragen geholfen.“ Inspirierend seien für sie auch die vom Verein inszenierten Foto-Rallyes, bei denen es gelte, binnen 90 Minuten ein Thema in Bildern umsetzen; etwa „grau in grau“ oder „abgefahren.“ Solche Vorgaben finde sie gut, sagt Kurz, „das fördert die Kreativität“.

Im siebten Jahr ist Petra Kurz nun Hobbyfotografin. Ein Ende der Leidenschaft ist nicht abzusehen.

Die Herbrechtinger Fotografen nahmen für ihre aktuelle Ausstellung im Bürgersaal des Rathauses Positionen unten oder oben ein und lassen sogar einen Rundblick mal gerade sein.