Bolheim / Günter Trittner Wer Rad fährt, muss an der nördlichen Ortseinfahrt von Bolheim mehrfach die Straße queren. Die Stadt sucht nach Möglichkeiten, einen durchgehenden Radweg zu schaffen.

Auch wenn das Wetter derzeit das Radeln nicht gerade nahelegt, auf der ebenen Strecke zwischen Heidenheim und Bolheim sind viele Alltagsradler unterwegs. Die Ortseinfahrt von Bolheim ist für sie nicht ohne Gefahr. Denn dass hier jemand mit dem Rad fährt, ist auf der am meisten befahrenen Straße von ganz Herbrechtingen nicht so recht vorgesehen.

Man muss nicht zwingend entlang der Landesstraße mit dem Rad durch Bolheim. Man kann durchaus den Weg über die Felder wählen. Von Mergelstetten, der Brenz entlang herkommend, ist die Weiterfahrt auf der Heidenheimer Straße aber naheliegend.

Querungshilfe am Ortseingang

Wer als Radler von der für den Verkehr gesperrten ehemaligen Landesstraße nach Bolheim kommt, darf am Ortseingang zuerst die Straßenseite wechseln, wenn er zu seiner Sicherheit auf einem Radweg fahren möchte. Eine Querungshilfe erleichtert den Wechsel.

Den folgenden Radweg freilich muss sich der Radler mit Fußgängern teilen. Und er muss auch mit entgegenkommenden Radlern rechnen. Viel Raum zum Ausweichen ist da nicht. Mehr als die vorgeschriebenen 2,50 Meter Breite weist dieser kombinierte Weg nicht aus. Und lang ist er auch nicht.

Denn bei der Ein- und Ausfahrt am Firmenareal Neubolheim ist schon das Ende da. Der Radler muss auf die Heidenheimer Straße und darf diese dafür überqueren.

Wegen eines Grünbereichs entlang des Industrieareals auf Höhe der Firma Zeottexx und einer Bushaltestelle wird der Weg so schmal, dass ihn nur noch Fußgänger nutzen dürfen.

Kaum hundert Meter auf der Straße unterwegs, lädt ein Schild die Radler ein, erneut wieder auf die andere Seite zu wechseln. Denn beim Zoeppritz-Wohngebiet sind Radler geduldet auf dem Rad-Gehweg. Aber nur geduldet. Ein kombinierter Rad-Gehweg folgt hier nicht, dafür einige Hauszufahrten. In den nächsten Monaten werden hier drei Häuser gebaut werden, sodass noch zusätzliche Komplikationen absehbar sind.

Wieder auf die andere Straßenseite

Kaum in die Pedale getreten, wird beim Awo-Altenzentrum schon wieder der Vorwärtsdrang der Radler gestoppt. Hier ist sogar Endstation. Nur noch Fußgänger sind erlaubt. Für den Radler heißt es also wieder, auf die andere Straßenseite zu wechseln. Und dort zu bleiben.

In der Mitte von Bolheim gibt es weder Radspur noch Radweg. Dafür allerhand Einmündungen und noch einen kleinen Kreisverkehr. Erst am Ortsende beginnt ein kombinierter Rad-Gehweg nach Anhausen.

Dass diese Situation nicht zufriedenstellend ist, weiß man bei der Stadtverwaltung. Deren Ziel ist es, einen durchgehenden Radweg zu schaffen. Dazu ist man bereits im Gespräch mit einem Firmeninhaber in Neubolheim. Wenn der Grünstreifen dort zurückgebaut würde, könnte auch dieses Teilstück als Radweg zugelassen werden. Die Heidenheimer Straße ist aber in weiterer Hinsicht ein Sorgenkind. Der Kreuzungsbereich mit der Zoeppritzstraße und der Wedelstraße soll sicherer werden. Zudem soll beim Awo-Altenheim eine Querungshilfe angelegt werden. Ein Büro ist mit dem Ausarbeiten von Plänen für die Kreuzung bereits beauftragt. Diese liegen der Verwaltung aber noch nicht vor.

Neuer Leitfaden für Fußgängerüberwege

Die Möglichkeit, beim Altenheim der Awo eine Querungshilfe an der Heidenheimer Straße zu schaffen, bietet ein seit Juni 2018 gültiger neuer Leitfaden des Landes für Fußgängerüberwege. Vorher mussten bestimmte Vorgaben erfüllt sein, um einen Zebrastreifen anlegen zu können. Dazu gehörte eine Mindestzahl von 50 Fußgängern und 200 Kraftfahrzeugen in der Spitzenstunde des Fußgängerverkehrs. Damit war Bolheim außen vor.

Mit dem neuen Leitfaden wurden die Einsatzbereiche von Zebrastreifen gezielt dort erweitert, wo besonders schutzbedürftige Menschen eine Straße regelmäßig überqueren. Zu dieser Gruppe gehören Kinder und auch ältere Menschen. Und das trifft nun an der Heidenheimer Straße zu.