Nachdem in der Nacht auf vergangenen Sonntag vor dem als Unterkunft für Geflüchtete genutzten früheren Hotel an der Bahnhofstraße erneut Öl ausgekippt wurde, ermittelt nun die Polizei. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm auf Nachfrage erklärte, werde „in alle Richtungen“ ermittelt. Dabei hofft die Polizei auch auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Dass der Eingangsbereich des Gebäudes mutmaßlich mit Altöl verschmutzt wurde, wird seitens der Polizei zunächst einmal als Sachbeschädigung gewertet. Ein politischer Hintergrund wird zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht ausgeschlossen.

Erster Vorfall war im März

Zumindest in den Bereich des Denkbaren rückt diese Variante, weil es sich bereits um die zweite Tat nach gleichem Muster handelt. Im März hatten Unbekannte schon einmal eine ölige Flüssigkeit vor dem Haus ausgekippt. Die Flüssigkeit ergoss sich beide Male über den Eingangsbereich und die Treppen und hinterließ schwarze Flecken auf dem Pflaster. Damals wurde das Haus zwar noch nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt, bereits klar war jedoch, dass Geflüchtete unter anderem aus der Ukraine dort einziehen sollten.

Auch damals schloss die Polizei einen möglichen politischen Hintergrund nicht aus. Zudem brannte damals wenige Tage später in der Zufahrt zur Tiefgarage ein Müllsack.

Einer Pressemitteilung der Polizei zufolge wurde das Öl in der Nacht zum Sonntag zwischen 1 und 9 Uhr ausgeleert. Wie schon im März wurde die Freiwillige Feuerwehr Herbrechtingen zu Hilfe gerufen. Deren Mitglieder rückten mit zwei Fahrzeugen aus und beseitigten die Verschmutzung mit speziellen Bindemitteln und Wasser.

Im gesamten Gebäudekomplex sind nach Angaben des Landratsamts derzeit mehr als 150 Menschen aus der Ukraine untergebracht.