Herbrechtingen / Melanie Schiele Sowohl der Wasserratzaball als auch der Kinderfasching wurden abgesagt. Die Ausrichter bringen dafür unterschiedliche Gründe vor.

Kleine und große Narren in Herbrechtingen müssen jetzt stark sein: Der populäre Wasserratzaball ist für dieses Jahr abgesagt. Dies hat zur Folge, dass auch der Kinderfasching entfällt. Für den Verein zur Förderung von Schwimm- und Sportstätten, der den Erwachsenenfasching organisiert, spielten mehrere Faktoren eine Rolle bei dieser Entscheidung.

„Die Bibrishalle ist neu und während des Wasserratzaballs geht es hoch her. Wir möchten nichts riskieren“, sagt Manfred Strauß, Vorsitzender des Fördervereins und Abteilungsleiter der TSV-Ringer. Ein Besuch der Fechtertage hätte den Mitgliedern bereits verdeutlicht, wie sehr der Hallenboden geschützt werden müsse. Bei einer Faschingsveranstaltung hätten aus Sicht von Strauß auch noch die Außen- und Innenwände in die Vorsichtsmaßnahmen einbezogen werden müssen.

Helfer fehlen

Außerdem, so Strauß, hätte der Förderverein eine Umstrukturierung des Balls, der in der Mehrzweckhalle vorgesehen war, für nötig erachtet. „Diesen Aufwand hätten wir in der kurzen Zeit nicht stemmen können“, so Strauß. Erschwerend komme hinzu, dass einige langjährige Helfer krankheitsbedingt fehlen würden.

Die Absage des Kinderfaschings hängt laut Ottmar Wagner, dem Vorsitzenden der TSV, unmittelbar mit dem Wasserratzaball zusammen, ist aber auf eine andere Ursache zurückzuführen. Der Kinderfasching wird von der Handball-Abteilung ausgerichtet. „Diese hat immer die Dekoration des Wasserratzaballs weiterverwendet. Diese nun selbst zu  erstellen, habe „aus Mangel an Zeit“ für die Handballer nicht mehr zur Debatte gestanden, so Wagner.

Seitens der Stadtverwaltung, so Dieter Frank, der Fachbereichsleiter Bau, habe es für den Kinderfasching in der Bibrishalle keine Vorgaben gegeben. Beim Wasserratzaball sei lediglich ein Schutzboden Bedingung gewesen. Doch dieser hätte den Untergrund nach Ansicht von Manfred Strauß uneben und wellig gemacht.

In die Oskar-Mozer-Halle auszuweichen, wo beide Faschingsbälle bisher stattfanden, ist nicht möglich. „Kulturelle Veranstaltungen sind dort aus brandschutztechnischen Gründen nicht mehr zugelassen“, sagt Frank. „Die Halle ist nur noch für den normalen Übungsbetrieb der Vereine geeignet.“

Fortführung im nächsten Jahr

Der Ausfall des Balls bedeute nicht das Ende des traditionellen Faschings in Herbrechtingen, sagt Manfred Strauß. 2021 soll der Wasserratzaball wieder stattfinden. „In der Zwischenzeit orientieren wir uns an anderen Veranstaltungen in der Bibrishalle und suchen nach praktikablen Möglichkeiten, um das Gebäude vor äußeren Einflüssen zu schützen“, verspricht der Vorsitzende des Fördervereins. Die Hoffnung ist, dass sich dann auch die Handballer mit dem Kinderfasching wieder anschließen werden.

„Ich bin zwar kein Faschingstyp, aber ich finde, dass jeder seinen Spaß haben soll. Für die Kinder in Herbrechtingen ist es jedenfalls schade. Ihnen zuliebe hätte man etwas organisieren können“, so der TSV-Vorsitzende Wagner.

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