Hatte zu wenig Geld dabei, komme aber morgen wieder und zahle den Rest“ – ab und an finden Gerlinde und Astrid Renner Zettelchen mit Notizen wie dieser in ihren Kassen. Mutter und Tochter sind Teil des Familienbetriebs Hofbauer Hausen und kümmern sich ab August gemeinsam um die Ernte und den Verkauf der Kürbisse. „Wir haben schon das Gefühl, dass die Leute ehrlich sind und tendenziell auch wieder mehr Geld einwerfen. Regionale Produkte werden nämlich wieder mehr wertgeschätzt“, sagt Astrid Renner.

Kunden sind voll des Lobs

Auch für ihre liebevoll restaurierten grünen Verkaufswägen, ihr Markenzeichen, erhalten sie regelmäßig handgeschriebene Nachrichten voll des Lobes. „Das freut uns natürlich immer“, sagt Gerlinde Renner strahlend. Auf sie geht die Idee mit den Kürbissen auch zurück. Denn als junge Frau verkaufte die heute 57-Jährige zunächst Blumen auf dem Bauernmarkt. „Ihr Steckenpferd waren Trockenblumen“, wirft die Tochter ein. Mit der Zeit kamen Gestecke für die unterschiedlichsten Anlässe hinzu – dafür bot sich im Herbst der Kürbis an.

Die Mutter fing mit dem Geschäft an

„Vor 20 Jahren hat meine Mutter dann das Geschäft mit den Kürbissen angefangen. Damals war das noch nicht so populär und wir waren die Einzigen hier in der Region“, erklärt die 27-Jährige.

Über die Jahre sei die Nachfrage gewachsen und mittlerweile betreiben die Renners neben ihren beiden Verkaufsstellen in Hausen beim hofeigenen Milchautomaten und dem am Blumenfeld vor der Ortseinfahrt acht weitere, sogar über den Landkreis hinaus – allesamt mit Selbstbedienung. „In Neresheim, Amstetten, Gerstetten, Ulm-Böfingen, Grimmelfingen, Sachsenhausen, im Wental und in Bissingen“, zählt Astrid Renner auf.

Gedüngt wird mit dem Mist der Kühe

Um diese befüllen zu können, braucht es Kürbisse. Also wird im Mai, wenn der Frost weg ist, gesät, danach regelmäßig gehackt und mit Mist von den eigenen Hofkühen gedüngt. Die Kürbisse brauchen Platz, mögen Sonne und nicht zu viel Feuchtigkeit, damit sie länger halten. Reif und verkaufsbereit sind die Kürbisse dann ab Mitte August, „aber wenn das Wetter noch sommerlich ist, ist die Nachfrage nicht so groß“.

Auf zwei Hektar Fläche wird angebaut

Trotzdem wird alles hergerichtet, die über den Winter in Stapeltechnik in der Scheune eingelagerten Wägen werden an ihre Standorte gefahren und nach und nach befüllt. Sobald es etwas kühler wird, läuft der Verkauf an, „dann ernten wir wagenweise und beliefern die Verkaufsstellen mit Bus und Hänger“, so Astrid Renner. Ab September sind vor allem Zierkürbisse der Verkaufsschlager, danach, bis Ende Oktober, Schnitzkürbisse.

Die Vielfalt auf dem zwei Hektar großen Feld der Renners ist schier endlos. „Es gibt so viele verschiedene Sorten und Größen, von klein bis riesig. Die gängigsten Speisekürbisse sind zum Beispiel Hokkaido-, Butternut- und Muskatkürbisse. Ab Oktober nehmen dann die Halloween-Kürbisse zwei Drittel des Ackers ein“, so Gerlinde Renner, die betont, dass aufgrund der Schädlingsgefahr jedes Jahr auf einem neuen Feld gesät werde – „da stehen uns um die zehn zur Verfügung“.

Körperlich schwere Arbeit

Die Ernte ist bei den Renners Frauensache. „Meine Mutter hat das angefangen und ich habe ihr schon immer geholfen“, sagt Tochter Astrid. Es sei zwar eine körperlich schwere Arbeit, die randvoll befüllten Eimer auf den Wagen zu hieven, aber die Kürbis-Saison dauere ja nur zweieinhalb Monate.

Kampf um beste Verkaufsstellen

Mittlerweile gibt es aber auch viel Konkurrenz. „Da ist schon so ein kleiner Kampf um die besten Verkaufsstellen entbrannt, aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Und wenn es sich für uns nicht lohnen würde, würden wir es ja auch nicht machen.“

Auch Ölkürbisse schon getestet

Um sich abzuheben, sind Mutter und Tochter stets offen für Neues, wie die 27-Jährige hervorhebt: „Wenn wir was noch nie hatten, probieren wir es einfach aus.“ Auch Ölkürbisse haben sie schon gepflanzt und Öl aus den Kernen gepresst, aber nur für den Eigenbedarf. Die Renner-Frauen lieben die Vielfalt und die Farben des Gewächses, aber einen Lieblingskürbis haben beide nicht. Laut Gerlinde Renner ist es „heute der eine, morgen schon wieder ein anderer“.

Tipps zu Essbarkeit, Zubereitung und Deko


Um festzustellen, ob man einen Kürbis essen kann, rät Gerlinde Renner dazu, einfach roh ein kleines Stück zu probieren. „Schmeckt es bitter, sollte man den Kürbis nicht essen.“

Tochter Astrid hat indes eine Anregung für die Zubereitung: eine vegetarische Kürbislasagne mit Zimt. „Einfach statt Hackfleisch den Kürbis aufschneiden und mit Zimt würzen, dann ganz normal abwechselnd mit Pastaplatten und Bechamelsoße schichten.“

Als Deko-Element findet Gerlinde eine große Schale mit Hokkaido-Kürbissen besonders schön. „Das sieht super aus und man kann nach und nach immer wieder welche essen.“ Wer draußen dekoriert, sollte die Kürbisse vor dem Frost reinräumen. ek