In einem offenen Brief fordert der ehemalige Bürgermeister Peter Kiefner das Regierungspräsidium Stuttgart auf, wieder Seerosen im früheren Eisteich im Eselsburger Tal anzusiedeln. Kiefner wendet sich dabei direkt an Regierungspräsident Wolfgang Reimer „Ich bin davon überzeugt, dass sich über eine solche Seerosen-Nachpflanz-Aktion viele einheimische und auswärtige Blumenfreunde freuen würden“, schreibt Kiefner, der sich gleichzeitig bereit erklärt, die Kosten für den Seerosen-Samen zu übernehmen.

Lob für Renaturierung der Brenz

Grundsätzlich, so Kiefner, sehen die Herbrechtinger die in den vergangenen Jahren vollzogenen Renaturierungsarbeiten im Eselsburger Tal als sehr gelungen an. „Wir Herbrechtinger sind sehr stolz auf dieses wunderschöne Tal, von dem einmal der von Nord nach Süd durch Deutschland wandernde Bundespräsident Karl Carstens sagte, er habe auf seinen ganzen Wanderungen nichts Vergleichbares gesehen.“

Nur sei eben auch im Zuge dieser Arbeiten „unser Seerosen-Teich“ bei den Steinernen Jungfrauen trockengelegt und alle Seerosen samt Wurzeln komplett entfernt worden. „Angeblich waren die Seerosen für dieses Gebiet artenfremd.“

Andererseits hätten sich aber jahrzehntelang Spaziergänger und Wanderer von überall her an diesem wunderschön blühenden Seerosenteppich erfreut – „unter vielen anderen auch ich“.

Tadel für das Ausrotten der Seerosen

Kiefner schreibt dem Regierungspräsidenten weiter, dass er davon ausgegangen sei, dass diese wieder von Stuttgart nachgepflanzt würden. Er jedenfalls ärgere sich jedes Mal, wenn er an dem leeren, blumenlosen Teich vorbei wandere.

Zweimal hatte in den zurückliegenden Jahren das Regierungspräsidium den Kampf gegen die Seerosen im Eselsburger Tal aufgenommen, die als nicht standortgerechte Pflanzen angesehen werden. Im Jahr 2013 war dieser künstlich angelegte Teich entschlammt und an den Ufern verflacht worden. Doch die Seerosen meldeten sich im Frühjahr zurück.

Teich vor Winter leergepumt

So wurde im November 2014 der Teich komplett leergepumpt und anschließend nochmals Schlamm entfernt. Damit wurden die Wurzeln der Seerosen gezielt dem Frost ausgesetzt und dieser verrichtete denn auch das von Stuttgart angestrebte Werk. Bis in den Gemeinderat hinein gab es in dieser Zeit Klagen über das Ausrotten der Seerosen.