Herbrechtingen / Günter Trittner Eigentümer und Gemeinderat werden nicht einig über den Preis für das Erdgeschoss des Buigen-Centers.

Zum dritten Mal stand der Erwerb des Erdgeschosses des Buigen-Centers auf der Tagesordnung des Gemeinderats, zum dritten Mal wurde dieser vom Gremium in nichtöffentlicher Sitzung abgelehnt. „Leider“, sagt Bürgermeister Dr. Bernd Sipple, hätten die Vorstellungen über den Kaufpreis zu weit auseinander gelegen.

Kauf politisch notwendig

„Leider“ sagt Sipple aber auch in einer anderen Perspektive. Denn der Kauf sei eigentlich politisch notwendig. Denn wer anders als die öffentliche Hand könne für eine Belebung dieses Teils des Buigen-Centers sorgen. Für Sipple liegt es nun an seinem Nachfolger Daniel Vogt, vielleicht doch noch für ein gutes Ende eines lange währenden Leerstands und einer Daueraufgabe zu sorgen. „1995 bin ich zum Bürgermeister gewählt worden, seit 1997 bin ich mit dem Buigen-Center befasst.“

Zehn Jahre Leerstand

Im Dezember 1997 hatte Edeka seinen 1500 Quadratmeter großen Supermarkt im Buigen-Center geschlossen, was einen zehn Jahre währenden Lehrstand zur Folge hatte. 2007 hatte der Bonus-Markt sein Glück versucht, ein Integrationsmarkt für Langzeitarbeitslose, die teilweise über das Jobcenter finanziert wurden. Im Dezember 2010 war auch damit Schluss.

Zu dieser Zeit lief bereits ein Insolvenzverfahren über das ganze Erdgeschoss. Bei diesem hatte Ulrich Nickel zugegriffen, der 2011 über die von ihm geführte Uniplus-Projektentwicklungsgesellschaft zum Teileigentümer des Buigen-Centers wurde. Noch ein Jahr später war er sehr zuversichtlich, durch umfangreiche bauliche Maßnahmen die frühere Einkaufspassage beim Rathaus für neue Mieter wieder attraktiv machen zu können.

Es ist anders gekommen. Neben Eisdiele, Imbiss und Bar hält noch ein Fitness-Studio im Zentrum der Stadt die Stellung.

Pläne nicht wirtschaftlich

Es ist noch nicht lange her, dass in der Kommunalpolitik das Erdgeschoss des Buigen-Centers als möglicher Ausweichstandort für die Begegnungsstätte an der Mühlstraße in Erwägung gezogen wurde. Das DRK als Hausherr des Karl-Kaipf-Heims hatte prüfen lassen, ob das Altenzentrum erweitert werden könnte. Diese Erweiterung wäre dann zulasten der im Erdgeschoss angesiedelten Begegnungsstätte gegangen. Doch davon ist beim DRK nicht mehr die Rede. „Das wäre nicht wirtschaftlich gewesen“, sagt Geschäftsführer Mathias Brodbeck, man habe diese Gedanken schnell wieder ad acta gelegt. Die vom Gesetzgeber erhobene Forderung nach mehr Einbett-Zimmern habe man mit der Heimaufsicht inzwischen auf andere Art regeln können.

Nicht leichter macht die Wiederbelebung der ehemaligen Supermarktsfläche der bauliche Zustand. Der potenzielle Sanierungsaufwand war im Gemeinderat auch ein Argument gegen den Kauf gewesen. Günter Trittner