Revierleiterin Karin Baur ist es arg. Aber sie sieht keine andere Wahl. In Rücksprache mit dem Amtsleiter im Landratsamt und dem Naturschutzbeauftragten hat sie vor wenigen Tagen im Ugental eine Fichte fällen lassen. Keine beliebige Fichte. Den Auslauf des Tals zum Ugenhof hin prägen am Fuß des Rezenbergs dominante Solitärbäume. Weit über 30 Meter ragen die über 100 Jahre alten Bäume hoch. „Sie prägen hier das Tal“, weiß Baur um die Bedeutung der Fichten. Aber das feit sie nicht gegen den Borkenkäfer.

Heißer Sommer führt zu Trockenstress

Der heiße, trockene Sommer hat aus Sicht von Baur mitgeholfen, dass der Borkenkäfer sich in dem mächtigen Stamm hat einnisten können. „Der Trockenstress schwächt die Bäume, die dann nicht mehr ausreichend Harz bilden können, um die Käfer einzuschließen.“ Wissend um die dieses Jahr wieder stärkere Verbreitung der Borkenkäfer hat die Forstverwaltung ab den Monaten April/Mai verstärkt Kontrollen aufgenommen. Und bei diesem Monitoring ist die prägnante Fichte mit drei Stämmen aufgefallen. Die Hinweise auf einen Borkenkäferbefall waren überdeutlich. Eine braune Spitze, grüne Nadeln am Fuß des Baumes und Bohrmehl am Stamm. Ein langes Zuwarten, so Baur, sei in dieser Situation nicht möglich. Wenn sich der Käfer eingenistet hat, dauere es maximal sechs Wochen bis die unter der Rinde gewachsene nächste Generation ausschwärme. Und bis zu den weiteren Fichten sind es nur ein paar Meter.

Hoffnung ist nicht aufgegangen

Baur hatte gehofft, mit dem ersten Einschlag die Sache in den Griff zu bekommen. Diese Erwartung ist nicht aufgegangen. Eine weitere mächtige Fichte am Waldweg zeigt unverkennbar Spuren eines Käferbefalls. Auch dieser Baum wird in den kommenden Tagen gefällt werden. „Wenn wir ihn stehen lassen, ist das ein Todesurteil für weitere Bäume“, sagt Baur.