Schön sieht sie ja nicht aus, die Seewiesenbrücke, die über den Brenzpark führt. Aber nützlich ist sie, denn an diesem heißen Mittwoch ist der große Schatten, den das Bauwerk spendet, den 53 kleinen Besuchern des großen Spielplatzes auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände sehr willkommen. Bei den Mädchen und Jungen handelt es sich um die Teilnehmer des dritten Bolheimer Kindersommers. Sie werden den ganzen Tag im Brenzpark verbringen.

Elia Demir aus Herbrechtingen ist zum ersten Mal Teilnehmer des Kindersommers. Und er hat schon eine ganz konkrete Vorstellung, was diese Ferienfreizeit für ihn bereithalten wird: „Ich bin mir sicher, dass wir auf jeden Fall Fußball spielen und an die Brenz gehen werden.“ Einen neuen Freund hat er auch schon kennengelernt, „den Manuel aus Heidenheim“, sagt der Zehnjährige, der in Giengen die Robert-Bosch-Realschule besucht.

Kim Barth ist auch zehn Jahre alt, sie kennt den Bolheimer Kindersommer bereits aus den vergangenen beiden Jahren. Und weiß deshalb auch um den Unterschied der diesjährigen Ferienfreizeit zu den beiden letzten Jahren: „Letztes und vorletztes Jahr war halt Corona.“ Sie hat am meisten Spaß daran, dass diesmal so viele Kinder dabei sein können. Und noch etwas Neues hat sie entdeckt in diesem Jahr, nämlich den Kiosk auf dem Veranstaltungsgelände des Kindersommers in Bolheim. Dort gibt’s neben Zuckerwatte und Eis auch Gummibärchen, die mag sie am liebsten.

Eine statt zwei Wochen

Ulrike Kresse ist die Jugendreferentin der evangelischen Kirchengemeinde Bolheim. Sie gehört zum Organisationsteam des Kindersommers. „Die Kinder kommen aus Herbrechtingen und vor allem aus Bolheim“, erläutert sie. In den vergangenen beiden Jahren dauerte die Ferienfreizeit noch jeweils zwei Wochen. Allerdings stieg in diesem Jahr die Zahl der angemeldeten Kinder auf 55, das sind 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr als 2021 und 2020. Zwei mussten aufgrund von Corona wieder passen.

Das Programm, das die evangelische Kirchengemeinde den Kindern bietet, hat sie teilweise selbst entwickelt, man nutzt aber auch Angebote der Stadt Heidenheim, wie beispielsweise die Schnitzeljagd der Tourist-Information. Das Mittagessen für die Kinder und die Betreuerinnen und Betreuer wird ihnen vom Jugendwerk jeden Tag dort hingeliefert, wo sie sich gerade aufhalten. Und so stehen an diesem Mittwoch also Burger unter der Seewiesenbrücke auf dem Speiseplan.

Corona spielt keine große Rolle mehr

Ulrike Kresse schätzt in diesem Jahr – verglichen mit 2020 und 2021 – besonders den Umstand, „dass wir eine große Gruppe haben dürfen, dass wir uns freier bewegen können“. Die Pandemie hatte die Organisation und den Ablauf erheblich erschwert, weil auch zwischendurch immer noch getestet werden musste. Was sich auch auf das Verhalten aller Teilnehmenden ausgewirkt hat. „Wir haben gemerkt, dass die Kinder ein bisschen lockerer sind. Und wir auch“, sagt sie und lacht.

Unterstützt wird Kresse von freiwilligen Helferinnen und Helfern. Eine von ihnen ist die 17-jährige Annika Gaschler, die bereits zum dritten Mal beim Kindersommer aushilft und auch sonst Erfahrung im Umgang mit Kindern hat: „Ich mache normalerweise jede Woche Jungschar, da treffen wir uns jeden Mittwoch anderthalb Stunden. Von denen sind auch ganz viele bei dieser Woche hier dabei.“ Für sie ist das Besondere am Kindersommer, „die Gemeinschaft, allein schon unter den 13 Mitarbeitern, eine coole Truppe. Dann zu sehen, welchen Spaß die Kinder hier haben, welche Freundschaften entstehen.“

Die Gymnasiastin könnte ihre Ferien natürlich irgendwo am Strand liegend verbringen, sagt aber: „Irgendwie ist es einfach sehr schön hier, das gibt einem sehr viel“, so Gaschler und fügt an: „Ich bin zwar immer mausetot am Abend, aber es ist einfach toll.“ Ein gelungener Tag beim Kindersommer ist für sie, wenn „die Kinder zu ihren Eltern gehen und sagen: Hey, das war ein super Tag heute.“

Viele Programmpunkte

Der Bolheimer Kindersommer dauert dieses Jahr eine Woche und endet am Sonntag, die Kosten für die Eltern liegen bei 50 Euro pro Kind. Auf dem Programm der Ferienfreizeit stehen diverse Workshops sowie Ausflüge wie beispielsweise der in den Brenzpark oder eine Kanutour auf der Brenz. Außerdem wird es für die Kinder die Möglichkeit geben, zu reiten. Zum Programm gehört auch ein Gottesdienst, dessen Vorbereitung und Organisation teilweise auch von den Kindern selbst übernommen werden. Auf dem Bolheimer Gelände, auf dem auch das gemeindeeigene Jungscharhäusle steht, wurde in den vergangenen Tagen zudem eine Zelt-Stadt aufgebaut, in der die Kinder sich in einer Holzwerkstatt oder an einer Nähmaschine ausprobieren dürfen.