An der Bibrisschule weiß Schulleiter Roland Widmann die Lehrerschaft gut vorbereitet auf den sukzessiven Wandel der Haupt- und Werkrealschule in eine Gemeinschaftsschule. Über ein Jahr hat man sich in zahlreichen Fortbildungen mit der neuen Schulart befasst, in der nicht zuletzt durch individuelles Lernen für mehr Chancengleichheit gesorgt werden soll. Bettina Ehringer und Werner Kobes heißen die beiden Lernbegleiter, welche die Fünfer möglichst zum Realschulabschluss führen sollen. Komplettiert wird die Gemeinschaftsschule von 42 Erstklässlern, die noch diese Woche eingeschult werden.

Warten freilich muss man noch auf die bestellten neuen Möbel, den künftigen Arbeitsplatz der Schüler in der Gemeinschaftsschule. Mit ihnen werden auch die neuen Lernformen möglich. Den Fünfern stehen auf der ersten Etage der Bibrisschule zwei große Räume und zwei kleine Räume zu Verfügung. Zur technischen Ausstattung gehören auch PC und Tablets. Intensivste Förderung wird damit möglich und auch ein Lernen auf verschiedenen Leistungsebenen. „Kein Kind soll verloren gehen“, nennt Widmann die oberste Prämisse der Gemeinschaftsschule. Aber zaubern könne auch diese Schulform nicht. „Lernen müssen immer noch die Kinder.“

Dies geschieht in der Gemeinschaftsschule nach einem an dem Unterricht in den Realschulen angelehnten Fächerkanon und Lehrplan. Noten gibt es nur auf Wunsch der Eltern, dafür einen umfassenden Lernentwicklungsbericht. Ein Wiederholen von Klassen ist nicht mehr vorgesehen, da gemäß der Leistungsstärke des Kindes in den einzelnen Fächern auf drei verschiedenen Leistungsebenen gelernt wird. 209 Gemeinschaftsschulen gibt es mittlerweile in Baden-Württemberg. Grundsätzlich, so das Kultusministerium, stehe die Gemeinschaftsschule Kindern mit ganz unterschiedlichen Begabungen und Leistungsvermögen offen. Dazu gehören auch behinderte Kinder. Auch dieser Aufgabe will man sich an der Bibris-Grundschule stellen.