Mit dem Maibaumfest knüpft der Bürgerverein Voithsiedlung an einen dörflichen Brauch an, den es in Heidenheim bislang nur in den Vor- und Teilorten und in einzelnen Vereinen gibt. Der Maibaum läutet nicht nur den ersehnten Frühling ein, sondern ist in diesem Fall auch gleichzeitig ein Symbol der Siedlungsgemeinschaft, die durch das Projekt der sozialen Stadt gewachsen ist.

Zwölf Meter hoch ist der Baum, den die Aktiven des Bürgervereins im CVJM-Garten gefällt haben. Der Stamm wurde entastet, die Rinde entfernt. Geblieben ist die grüne Blätterkrone, die hoch über dem so genannten Voithplatz im Winde wiegen wird. Wie es sich für einen Maibaum gehört, wurde er mit einem Kranz geschmückt. Viele haben mit angepackt. Den Metallring dazu haben Voith-Auszubildende gefertigt.

Gestern früh haben drei Mitglieder des Vereins zusammen mit Mitarbeitern des städtischen Bauhofs den Baum auf dem Platz an der Friedrich-Voith-Straße aufgestellt. Dort soll nach Wunsch der Voithsiedlungs-Bewohner ein zentraler Treffpunkt oder kleiner Festplatz entstehen, wo man auch mal zusammen feiern und die Nachbarschaft besser kennenlernen kann. Das haben die Bewohner auch schon getan: vorigen Dezember rund um den Weihnachtsbaum, der dort ebenfalls erstmals aufgestellt worden war, wurde mit Glühwein angestoßen.

Die Aktionen sollen keine einmaligen bleiben. Schon vorigen Herbst wurde der Platz so präpariert, dass alle künftigen Bäume einen festen Stand haben werden. Dafür wurde eine Bodenhülse aus Edelstahl in einem Betonfundament im Boden eingelassen, die auch dem jetzigen Maibaum seinen festen Stand bei Wind und Wetter gibt.

Dem ersten Maibaumfest in der Voithsiedlung steht jetzt nichts mehr im Weg. Start ist um 16 Uhr mit einem Liedersingen des Voithsiedlungschors. Die Pfadfinder kümmern sich um die jungen Gäste mit einem spielerischen Beiprogramm und Mitglieder des Bürgervereins haben die Bewirtung vorbereitet. Einige Gäste haben ihr Kommen bereits zugesagt: Die Helfer und Flüchtlinge vom Interkulturellen Zentrum Waldkirche haben ihren Monatstreff auf das Maibaumfest gelegt. Laut Thomas Potzner, dem Vorsitzenden des Vereins, ist das Fest jetzt mal ein Anfang, weitere Ideen seien aber schon vorhanden.