Anlass dieser Schau, die am Samstag eröffnet wurde, ist das zehnjährigen Bestehens des Brenzparks. Herr der Blüten ist diesmal Gärtnermeister Dieter Weckardt, der frisch ernannte „Pflanzenflüsterer“.

Blütenkränze Ton in Ton, Rosen, Fenchel, Gerste, Kornblumen, Hauswurz, Lavendel, Kamille zu Traumgebilden verflochten, das zeigt die zweite Blütenschau unter dem Titel „Duft- und Heilkräuter“ in der Buck'schen Scheune im Brenzpark. Der Name ist Programm, und zwar strenges Programm: In der gesamten Schau aus eine Fülle von Blüten und Pflanzen, an denen sich nicht satt sehen lässt, findet sich „koi oinziges Stängle“, das nicht in diese Kategorie gehört. Also nur wer die Qualifikation „Duftpflanze“ oder „Heilpflanze“ mitbrachte, der schaffte es in diese Schau. Das betonte Dieter Weckardt, längst Gärtnermeister im Ruhestand, einem Ruhestand, der durch diese Schau eine mächtige Portion Unruhe versetzt haben dürfte. Denn, davon berichteten Ulrich Trittler, Apotheker und Heilpflanzenexperte, und Karl-Eugen Siegel als Ehrenvorsitzender des Brenzpark-Verein, seit Wochen und Monaten ist Weckardt damit beschäftigt, diese Schau im wahrsten Sinne des Wortes zum Blühen zu bringen.

Kapuzinerkresse, Nachtjasmin, Mariendistel, Wermut, Salbei umrahmen die gewundenen Blütenträume in Kranzform und sorgen dafür, dass der Betrachter aus den Duftgenüssen gar nicht herauskommt. Die Beschilderung dabei lässt vom Vergessen bedrohtes Wissen aufleben: Die besondere Wirkung der einzelnen Pflanzen ist hier sorgfältig aufgelistet und zeigt, dass gegen so manches Zipperlein im ein Kraut gewachsen ist. Davon berichteten sowohl Dr. Andreas Laubersheimer, Chef der homöopathischen Abteilung des Krankenhauses, als auch Ulrich Trittler, der Dieter Weckardt in Anerkennung seiner Leistungen auch für diese Schau den Titel „Pflanzenflüsterer“ verlieh.

Weckardt wiederum dankte mit sichtlicher Rührung seinem einstigen Lehrherrn Rudolf Schäfer, der seinerseits ein gehöriges Scherflein an Arbeit zu dieser Blütenschau wie zum Brenzpark überhaupt beigetragen hat. „Geduld und stille Beharrlichkeit“ bescheinigte Oberbürgermeister Bernhard Ilg dem unermüdlichen Dieter Weckardt auf diesem langen Weg bis zur Blütenschau, die den Blick dafür schärfe, welche „unsichtbaren Fäden zwischen Mensch und Erde“ bestehen und wie wichtig es ist, diese mit Bedacht zu pflegen.

In der Tat vereint diese Schau gleich drei Dinge auf einmal: prachtvolle Blüten voller Duft und Farbenfreude, die die Sinne aufleben lassen, Heilpflanzen, die, wenn auch unscheinbarer in ihrer Erscheinung, Körper, Geist und Seele stärken und kurieren können, und darüber hinaus noch die große Kunst des Floristen, die abermals – wie seinerzeit bei der Landesgartenschau – staunen macht. Für diese Kunst, also die Gestaltung der beeindruckenden Kränze, konnte keine geringere als Nadine Weckardt gewonnen werden, Dieter Weckardts Tochter, die bei der Landesgartenschau bereits beeindruckende Blumenschauen gefertigt hatte.

Diese Schau, die noch bis zum 10. Juli gezeigt wird, ist damit auch unter vielerlei Gesichtspunkten sehr zu empfehlen: als Lehrpfad über das Wissen von Heilkräutern, als Ausstellung von Blütenträumen und nicht zuletzt als Labsal für alle Sinne. Dass dies die zahlreichen Besucher bei der Eröffnung weidlich dazu nutzten, das lag nämlich sicherlich nur teilweise am Regen, der das Trockene suchen ließ.

Bis zum Ende der Blütenschau finden täglich zwei Führungen statt, für die die beiden Apotheker Ulrich Trittler und Claudia Gubitz, Dr. Andreas Laubersheimer und „Kräuterpapst“ Franz-Xaver Treml gewonnen werden konnten.