Was Corona zweimal in Folge verhindert hat, ermöglicht das Brenzpark-Festival: Am 27. August erlebt Heidenheim ein großes Musikfeuerwerk. Und das nicht etwa im übertragenen Sinne. Vielmehr sollen in der Tat Lichteffekte den Abendhimmel erleuchten, nachdem Sascha Vollmer und Alec Völkel, die Köpfe der Band „The Boss Hoss“, ihr Konzert zum Abschluss der dreitägigen Open-Air-Veranstaltung beendet haben.

Man erinnert sich: Eigentlich war schon vor zwei Jahren vorgesehen, den Heidenheimerinnen und Heidenheimern ein nicht alltägliches Silvester zu bieten. Die Premiere fiel 2020 jedoch aufgrund der Corona-Beschränkungen ins Wasser, und das gleiche Schicksal ereilte die Organisatoren beim zweiten Versuch ein Jahr später.

Vorbereitungen waren schon weit fortgeschritten

Dabei war eigentlich alles schon angerichtet: Die Stadt hatte mit Zustimmung des Gemeinderats einen Zuschuss gewährt, der Standort für die Abschussrampen auf dem nördlichen Schlossberg war ausgesucht, das Computerprogramm für den exakten Ablauf geschrieben.

Punkt Mitternacht hätte dann ein Knopfdruck genügt, und das Spektakel hätte seinen Lauf genommen – synchron zur eigens darauf abgestimmten und im heimischen Wohnzimmer am Radio zu hörenden Musik eines privaten Hörfunksenders.

Suche nach alternativen Terminen

Es kam, wie gesagt, anders. Vom Tisch war die Sache damit aber mitnichten, stattdessen stellten verschiedene Seiten Überlegungen an, wann den Ankündigungen endlich Taten folgen könnten.

Dass die Wahl auf den 27. August gefallen ist, hat mehrere Gründe. „Das Material wird ja nicht besser, je länger es herumliegt“, sagt Rathaussprecher Stefan Bentele, „und wer weiß schon, wie die Corona-Lage an Silvester 2022 aussieht.“

Sie sind die Köpfe hinter "Hellstone Fireworks": Felix und Daniela Antoniuk.
Sie sind die Köpfe hinter „Hellstone Fireworks“: Felix und Daniela Antoniuk.
© Foto: Rudi Penk

Ein Gedanke, der auch Felix (37) und Daniela (39) Antoniuk beschäftigt. Sie betreiben „Hellstone Fireworks“, ein auf Großfeuerwerke spezialisiertes Unternehmen, und in ihren Händen liegt unverändert die Regie.

Als Lokalmatador brennt der Mergelstetter Felix Antoniuk darauf, „den Menschen in unserer Stadt endlich zu zeigen, was sie an Silvester erwartet hätte“.

Choreographie wird übernommen

Zurückgreifen kann er dabei auf die bereits ausgetüftelte Choreographie, die eins zu eins übernommen wird und seiner Einschätzung zufolge „perfekt zu dem Publikum passt, das beim Brenzpark-Open-Air zu erwarten ist“. Auch Festival-Organisator Siggi Schwarz sei von der Idee sofort angetan gewesen.

Aus Sicht der Feuerwerker hat die Kombination beider Veranstaltungen einen großen Vorteil: Die komplette Infrastruktur bis hin zu Verpflegungsständen ist auf dem Festivalgelände vorhanden, muss also nicht extra aufgebaut werden.

Abschussort wird verlegt

Verlegt wird unterdessen die Position, von der aus Antoniuk das Geschehen in Gang setzt und überwacht. Sie befindet sich nun nicht wie zunächst vorgesehen auf dem Schlossberg, sondern auf einer Wiese unweit des Naturfreundehauses am Hahnenschnabel.

Grund: Das gemeinsame Startsignal für das Feuerwerk und die über die Anlage im Brenzpark abgespielte Begleitmusik wird per Richtfunk übermittelt. „Diese Strecke sollte nicht länger sein als 1,5 Kilometer“, erläutert Antoniuk, „sonst stößt das Ganze an seine Grenzen.“ Im Gegensatz zum Naturfreundehaus läge das Schloss folglich zu weit entfernt.

Feuerwerk dauert etwa sieben Minuten

Etwa sieben Minuten soll das Feuerwerk dauern, und selbst Regen könnte Antoniuk nicht ins Handwerk pfuschen. Sollte allerdings zu erwarten sein, dass es aus Kübeln schüttet, müsste eine Absage in Erwägung gezogen werden, „denn dann wäre es ja für niemanden ein Vergnügen“.

Außerdem geht die Sicherheit aller Beteiligten wie auch des Publikums in jedem Fall vor: Elektrische Zündungen während eines Gewitters bergen aufgrund der Spannungen in der Atmosphäre ein Risiko. Und bei einem Sturm von mehr als neun Metern pro Sekunde könnten die Effekte abgetrieben werden, kiloschwere Kugelbomben folglich ungeplant in Bereichen niedergehen, die dafür nicht vorgesehen sind. „Beides ist nicht zu empfehlen“, sagt der erfahrene Feuerwerker Antoniuk.

Silvester weiterhin im Blick


Den Traum von einem großen Musikfeuerwerk an Silvester hat Felix Antoniuk weiterhin: „Es soll kommen, aber nicht 2022, denn sonst hätten die Vorbereitungen schon beginnen müssen.“ Nun gelte es, das Ergebnis der Veranstaltung im August zu bewerten und daraus das weitere Vorgehen abzuleiten. Im Raum steht auch nach wie vor die Idee, dass Heidenheimer Bürger nicht eigene Böller, Heuler und Raketen kaufen, sondern ein öffentliches Großfeuerwerk sponsern.