Heidenheim / Andreas Uitz Als 2008 der Neubau der DH eingeweiht wurde, war schon klar, dass der Raumbedarf nicht gedeckt wird. Aus diesem Fehler wurde nun gelernt. Ein Kommentar:

Das lange Warten und der Kampf, den nicht nur die Verantwortlichen bei der Dualen Hochschule (DH) und bei der Stadt geführt haben, scheinen sich gelohnt zu haben: Die jetzt präsentierten Entwürfe für den lange ersehnten Neubau der DH, können sich sehen lassen. Kein geklonter zweiter Würfel wird auf dem südlichen WCM-Areal entstehen, sondern ein Gebäude, das den Betrachter ob seiner Dimensionen nicht erschlägt und trotzdem eine klare optische Verbindung zum bestehenden DH-Bau herstellt.

Neben der gefälligen und modernen Optik gilt es aber in erster Linie, den Blick auf die Funktionalität zu richten. Die scheint, so sagen die Verantwortlichen, gegeben. Vor allen Dingen werden bei diesem Bau auch die Bedürfnisse derer abgefragt und berücksichtigt, die das Gebäude einmal nutzen werden.

Man erinnere sich zurück an 2008: Damals wurde mit dem Bau des DH-Würfels begonnen, und schon zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass er den Raumbedarf der damaligen Berufsakademie nicht würde decken können. Trotzdem wurde das 45 Meter lange und breite und acht Stockwerke hohe Gebäude fertiggestellt. Die Überlegung damals: Lieber einen zu kleinen Neubau als gar keinen. Denn hätte man die in der Verantwortlichkeit des Landes liegende Planung nochmal neu beginnen müssen, würde der Würfel vielleicht heute noch nicht stehen.

Dass bei der Erweiterung nicht die gleichen Fehler gemacht werden, ist lobenswert. Doch dass die Planung nun so weit ist, dass es klare Vorstellungen des Neubaus gibt, dass Raumkonzepte erarbeitet werden, die den Ansprüchen auch gerecht werden, ist nicht der Verdienst des Landes.

Nur durch die Initiative der vor Ort politisch Verantwortlichen, an erster Stelle OB Bernhard Ilg, und durch das Zutun der heimischen Wirtschaft, konnte man so weit kommen. Natürlich leistet auch das Land seinen Beitrag, doch liegt der – finanziell gesehen – gerade mal bei einem Drittel.

Dass in die weiteren Detailplanungen das Rathaus im Hinblick auf den Städtebau und die Duale Hochschule im Hinblick auf die Funktionalität mit eingebunden werden, ist da nicht nur recht und billig, sondern vor allen Dingen auch sinnvoll. Denn dadurch, dass schon im Ausschreibungsverfahren für den Wettbewerb eine hohe Flexibilität des Entwurfs gefordert wurde, kann man sich viele Möglichkeiten offenhalten.

Gelingt es der Stadtverwaltung, einen guten Investor zu finden, der diesen Ansprüchen ebenfalls gerecht wird, dann könnte hier ein wirklich ansprechender Campus entstehen.