Heidenheim / Silja Kummer Die Grünen gehen bei der Kommunalwahl in Heidenheim mit der neuen Spitzenkandidatin Anamari Filipovic und genau so viel männlichen wie weiblichen Kandidaten am 26. Mai ins Rennen.

Noch nie gab es die Grünen ohne Michael Sautter im Heidenheimer Gemeinderat. Seit die Partei 1980 Einzug ins Kommunalparlament hielt, war der mittlerweile pensionierte Lehrer immer mit dabei. 35 Jahre lang stand er an der Spitze der Fraktion. „Jetzt ist es Zeit für einen Stabswechsel“, so der Politiker. Auf Null herunterfahren will er seine Aktivitäten jedoch nicht, für den Kreistag kandidiert Sautter noch einmal. Außerdem tritt von den bislang im Gemeinderat vertretenen Grünen Christa Miola nicht mehr an. Alle anderen grünen Stadträte sind mit dabei.

Neu an der Spitze der Liste für den Gemeinderat ist Anamari Filipovic. Die 44-Jährige ist erst seit fünf Jahren bei den Grünen, seit zwei Jahren aber schon im Kreisvorstand engagiert. Außerdem kennt man sie als Vorsitzende des Gesamtelternbeirats in Heidenheim. „Wir haben bewusst eine jüngere Frau an die Spitze gesetzt“, erläutert Stefani Schall-Uhl.

Der Kandidatin selbst ist es wichtig, auch auf ihren Migrationshintergrund zu verweisen: Filipovic ist zwar in Heidenheim aufgewachsen und hat einen deutschen Pass, aber kroatische Wurzeln. „Es wird Zeit, dass sich auch diese Bevölkerungsgruppe im Gemeinderat wiederfindet“, meint sie.

Die Liste der Grünen ist zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen besetzt. „Das haben die Grünen ja erfunden“, sagt Stefani Schall-Uhl. Überhaupt sei die Liste relativ schnell voll geworden, berichtet sie.

Ein grünes Parteibuch ist keine Voraussetzung für die Kandidatur, nur ungefähr die Hälfte der Kandidaten ist auch Parteimitglied.

Zum Ziel haben es sich die Grünen gemacht, mehr Sitze als bisher zu holen. Momentan sind die Grünen mit sechs Sitzen vertreten. Gewählt wurden jedoch sieben Grüne, allerdings wechselte Sabine Bodenmüller kurz nach der Wahl zur SPD und bescherte dieser Fraktionen einen Sitz mehr.

„Wir wollen den positiven Landes- und Bundestrend auf die lokale Ebene bringen“, sagt Anamari Filipovic angesichts der derzeit guten Umfragewerte ihrer Partei. Für die nächsten drei Monate steht nun erstmal der Wahlkampf an, bei dem das Engagement der Kandidaten gefragt ist.

So sieht die Liste aus

Auf der Liste der Grünen stehen: Anamari Filipovic (44, It-Kauffrau), Claus Behrendt (63, Betriebswirt), Elisabeth Kömm-Häfner (61, Heilpraktikerin für Psychotherapie), Hans Kurowski (67, Kfz-Meister im Ruhestand), Stefani Schall-Uhl (59, Sozialpädagogin), Günther Freudenmann (63, Betriebswirt), Andrea Kerbler (55, Betriebswirtin), Andreas Antoniuk (67, Oberstudienrat), Claudia Zanzinger-Knies (58, Rektorin), Dr. Ulrich Schrade (52, Ingenieur), Dr. Judith Geimer (54, Physikerin), Thomas Raese (54, Polizeibeamter), Christine Fischer (44, Wirtschaftskorrespondentin), Wolfgang Eber (64, Ingenieur im Ruhestand), Antje Stein (Ingenieurin, 46), Gerhard Lindel (60, Pflegeberater), Dr. Dagmar Eberl (59, Biologin), Simon Abele (33, Sozialpädagoge), Ramona Cruceanu (47, Sozialpädagogin), Georg Prüfer-Schönfelder (74, Oberstudienrat a.D.), Cornelia Giemulla (64, Krankenschwester), Jochen Kögler (32, Vermessungstechniker), Martina Peters (55, Hausfrau), Heribert Josten (59, Lehrer), Doris Eber (63, Lehrerin), Karl-Heinz Brannath (62, Sozialpädagoge), Silvia di Pillo (56, Bürokauffrau), Philip Gräßer (33, Hochschuldozent). In Großkuchen kandidiert Frank Rebmann (51, Geschäftsleiter), in Kleinkuchen Vera Wolf (39, Erzieherin, Hufschmiedin) und in Oggenhausen Andrea Krumhard (56, Sozialarbeiterin).