Kreis Heidenheim / pm NetCom BW, Städte und Gemeinden unterzeichnen die Netzbetriebsverträge.

Landkreis. Der Kreis Heidenheim sowie die benachbarte Gemeinde Böhmenkirch verfolgen seit 2015 eine gemeinsame integrierte und flächendeckende Breitband-Ausbaustrategie. Diese legt den Schwerpunkt auf die Erschließung mit Glasfaserkabeln, um eine zukunftsfähige Internetversorgung zu gewährleisten.

Zuschlag im Dezember

Im Rahmen dieser Kooperation erfolgte eine Ausschreibung für den Betrieb der von den Gemeinden bereits geschaffenen oder in absehbarer Zeit entstehenden passiven Infrastrukturen.

Die NetCom BW erhielt im Dezember 2018 den Zuschlag für den Netzbetrieb. Nach der Prüfung und Freigabe durch die Bundesnetzagentur wurden im Landratsamt die Netzbetriebsverträge, die mit jeder der beteiligten Gemeinden einzeln zustande kommen, durch die Bürgermeister unterzeichnet. Zudem war Landrat Thomas Reinhardt anwesend: „Die heutige Vertragsunterzeichnung ist ein Meilenstein auf dem Weg zu schnellerem Internet“.

NetCom BW-Geschäftsführer Bernhard Palm stellte vor, wie der Auftrag realisiert werden soll. Bereits seit 2009 ist die NetCom BW im Landkreis Heidenheim aktiv und hat Teilorte von Dischingen, Gerstetten, Giengen, Hermaringen, Nattheim, Sontheim an der Brenz mit schnellem Internet versorgt. In der Gemeinde Königsbronn befindet sich das Netz aktuell im Aufbau. In diesen Gebieten betreut die NetCom BW bereits rund 2500 Kunden. Durch die weitere Erschließung der Häuser mit einem Glasfaseranschluss bis zum Gebäude, FTTB (Fiber to the Building), wird den Anwohnern und Gewerbetreibenden nach dem Ausbau die derzeit modernste Breitband-Infrastruktur zu Verfügung stehen. Mit einem Glasfaseranschluss haben die Bürger in den Ausbaugebieten die Möglichkeit, mit aktuell bis zu 300 Mbit/s zu surfen. Für die ansässigen Unternehmen sind bis zu 100 Gbit/s möglich, sowohl im Download als auch im Upload.

Das durch die Gemeinden und Städte errichtete passive Netz wird künftig überwiegend durch die NetCom BW betrieben. Da je Kommune unterschiedliche Voraussetzungen gelten, wird die NetCom BW in einigen Gemeinden auch Teile der Technik und Infrastruktur realisieren. Zum genauen Vorgehen in den einzelnen Gemeinden wird die NetCom BW zu Informationsveranstaltungen einladen. Bei diesen Veranstaltungen wird der genaue Zeitplan erläutert und die Endkundenprodukte werden vorgestellt.

Glasfaser bis zum Gebäude

„Wir freuen uns sehr, beim Breitband-Ausbau einen großen Schritt nach vorne zu kommen“, waren sich Landrat Reinhardt und Kreis-Wirtschaftsförderer Michael Setzen einig. „Um unser Ziel zu erreichen, und das heißt Glasfaser bis zu jedem Gebäude zu haben, kommt aber noch viel Arbeit auf uns und hohe Kosten auf die Kommunen zu. Hier brauchen wir eine kommunalfreundliche Finanzpolitik des Landes und des Bundes“, so der Landrat.