Heidenheim / Andreas Uitz 576 Wohnungen auf dem Zanger Berg hat die Immovation AG im Winter von der Gagfah gekauft – mit dem erklärten Ziel, gegen den Leerstand anzugehen. Wie es scheint mit Erfolg. Inzwischen sind 32 Wohnungen rundum saniert und finden reißenden Absatz.

„Wir sind keine Heuschrecke“, hatte der Leiter für Vertrieb und Finanzen bei der Immovation AG, Klaus Haarkötter, im Februar beteuert und damit zu verdeutlichen versucht, dass das Unternehmen tatsächlich in die Wohnblocks auf dem Zanger Berg investieren wolle. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass die in Kassel ansässige AG 576 Wohnungen von der Gagfah gekauft hat – die in teils stark renovierungsbedürftigem Zustand waren.

Angesichts der Verhältnisse in den Wohnblöcken, die Anfang der 1960er Jahre gebaut wurden und noch heute den spröden Charme dieser Zeit ausstrahlen, stand etwa ein Drittel der Wohnungen in den Blöcken leer – teils schon jahrelang. „180 Wohneinheiten, die wir übernommen haben, waren nicht vermietet“ erklärt Haarkötter. Schon im Februar haben die umfangreichen Renovierungsarbeiten begonnen, die heute in großen Teilen der Iglauer Straße zu sehen sind. „Wir erneuern den leerstehenden Wohnungsbestand, auf dem Zanger Berg komplett“, sagt Haarkötter, „aber eben Stück für Stück.“

Kaum fertig, werden die Wohnungen vermietet

32 Wohnungen sind mittlerweile runderneuert, sind mit neuen Sanitär-, Heizungs- und Elektroinstallationen ausgestattet und auch ansonsten deutlich aufgehübscht worden. „Das Konzept scheint aufzugehen“, sagt Haarkötter. Kaum seien weitere Wohnungen fertiggestellt, habe man sie schon vermietet. Der Bedarf, so scheint es, ist in Heidenheim durchaus vorhanden.

Pro Monat werden derzeit weitere fünf bis sechs Wohnungen fertig und Sorgen, sie vermieten zu können, macht sich der Immovation-Vertriebsleiter nicht: „Wir haben Anfragen aus dem gesamten Kreis Heidenheim, aber auch über die Regionsgrenzen hinaus.“ Bei der Auswahl der Mieter wolle man möglichst heterogene Strukturen schaffen. „Wir achten schon darauf, an wen wir vermieten, um den Zanger Berg auch sozial aufzuwerten.“ Die Umgebung der Wohnblöcke sei „eigentlich ein bürgerliches Viertel“, und dem wolle man Rechnung tragen.

Dazu gehört auch, dass die nicht gerade einladenden Außenfassaden der Blöcke renoviert werden. „Wir reißen die alten, teils asbesthaltigen Verkleidungen ab, isolieren die Gebäude und streichen sie in ansprechenden Farben“, erklärt Architekt Dipl.-Ing. Lars Horstmann. Und das kann man deutlich sehen: Die bereits sanierten Gebäude stehen schon jetzt in starkem Kontrast zum noch unrenovierten Bestand.

Alle Wohnungen bis Ende 2014 renovieren

Alle leerstehenden Wohnungen auf dem Zanger Berg, die sich im Besitz der Immovation AG befinden, sollen den Planungen zufolge bis Ende 2014 renoviert sein. Rund sieben Millionen Euro sind dafür eingeplant, gearbeitet wird weitestgehend mit regionalen Unternehmen. „Wir betreiben hier auch ein bisschen Wirtschaftsförderung“, sagt Haarkötter.

Bei den bisherigen Mietern kommen die Renovierungsarbeiten anscheinend gut an., „Wir bekommen sehr viel Zuspruch, den Leuten gefällt, dass wir das Wohngebiet aufwerten“, so der Immovation-Vertriebsleiter. An eine Renovierung der Wohnungen, in denen teils schon seit Jahrzehnten dieselben Mieter leben, ist derzeit nicht gedacht. „Die sind alle in gutem Zustand“, erklärt Haarkötter. Gleichwohl werden auch an diesen Gebäuden die Fassaden erneuert.

Und wie wirkt sich die großflächige Sanierung auf die Mietpreise aus? „In den renovierten Wohnungen liegt der Mietpreis bei sechs Euro pro Quadratmeter, bei den nicht sanierten im Durchschnitt bei 5,40 Euro. Seit der Übernahme der Wohnungen haben wir die Preise nicht erhöht“, sagt Haarkötter.

Noch eineinhalb Jahre werden die Renovierungen laufen, wobei immer an mehreren Blöcken parallel gearbeitet wird. Mit klarem Ziel: „Wir wollen unseren gesamten Wohnungsbestand vermieten und das ganze Wohnumfeld und soziale Klima hier deutlich verbessern“, sagt Haarkötter und sieht die Immovation AG dabei auf einem guten Weg.