Heidenheim / Erwin Bachmann Der Pleitegeier ist weiter im Aufwind und krallt sich auch Otto Normalverbraucher: Die Zahl der privaten Insolvenzen ist in Heidenheim überdurchschnittlich hoch. Im zurückliegenden Jahr sind beim Amtsgericht Heidenheim insgesamt 164 Verfahren gezählt worden.

Die Problematik mit dem lieben Geld spiegelt sich in der neuesten Übersicht des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg über die Insolvenhäufigkeit von Privatpersonen wieder. Diese ist in Heidenheim – fast schon traditionellerweise – besonders ausgeprägt, denn schon seit Jahren zählt der Landkreis zu jenen Regionen des Landes, in denen die Kurve der von Pleiten, Pech und Pannen diktierten Statistik nach oben geht.

Im zurückliegenden Jahr sind beim Amtsgericht Heidenheim insgesamt 164 solcher von Privatschuldnern beantragten Insolvenzverfahren gezählt worden. Daraus errechnen die Stuttgarter Statistiker eine relative Insolvenzhäufigkeit, die bei 9,7 Verfahren je 10 000 Einwohner liegt.

Damit liegt Heidenheim deutlich über dem bei 6,2 Prozent angesiedelten Landesdurchnitt und nimmt im direkten Vergleich mit allen 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg den 41. Platz, also einen der hintersten Ränge ein – nur noch gefolgt von Pforzheim, Heilbronn und Mannheim mit dort 19 Verfahren pro 10 000 Einwohner. Zum Vergleich: Die wenigsten Privatpleiten vermeldet der Landkreis Ravensburg mit einer relativen Insolvenzhäufigkeit von 2,7 – der benachbarte Ostalbkreis bringt's auf 5,8.

Die bei den Heidenheimer Insolvenzfällen in Rede stehende Summe der voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger liegt nach Angaben des Landesamts bei insgesamt rund 17,34 Millionen Euro. Was davon letztlich abgegolten werden kann, ist offen, zielt die seit dem Jahre 1999 von Vater Staat gebotene Möglichkeit der Entschuldung doch darauf ab, tief in der Kreide steckenden Bürgern nach einer gewissen Zeit eine Basis für einen Neuanfang zu schaffen.

Dieses spezielle Verfahren steht sowohl Verbrauchern als auch ehemals Selbstständigen und Kleingewerbetreibenden offen, sofern sie keine Verbindlichkeiten aus Beschäftigungsverhältnisse mit Arbeitnehmern haben und weniger als 20 Gläubiger Schlange stehen.