Heidenheim / Elena Kretschmer Bei einem Netzwerkabend in der Ostschule haben sich Anwohner Gedanken über die Zukunft des Quartiers gemacht. Fünf Arbeitsgruppen fanden sich zusammen.

Auf einem schönen, gemütlichen Platz in Mitten eines Wohngebietes plätschert ein Brunnen. Im Schatten der Bäume tummeln sich junge und alte Menschen, unterhalten sich, lachen zusammen.

Ein Szenario, das man in der Oststadt vielleicht bald so vorfinden könnte. Denn das waren erste Visionen engagierter Bürger, mit deren Hilfe der Ostplatz umgestaltet werden soll. Sie hatten sich am Mittwochabend in der Turnhalle der Ostschule zu einem Netzwerkabend zusammen gefunden und in einer von fünf Arbeitsgruppen Ideen für die Umgestaltung gesammelt.

„Es geht darum, Netzwerke zu schaffen“, betonte Oberbürgermeister Bernhard Ilg in seiner Ansprache über das größte der drei Sanierungsgebiete in Heidenheim, das erst in der jüngsten Gemeinderatssitzung noch einmal erweitert wurde. Das schien auch auf Anhieb zu funktionieren. Für die Umgestaltung des Ostplatzes jedenfalls fand sich sofort eine 13 Mann starke Gruppe zusammen, die gleich rege ins Diskutieren kam.

Heiß diskutiert: Der Ostplatz

„Es muss unbedingt etwas gegen die Lärmbelästigung unternommen werden“, brachte Ursula Schreiber vor. Kinder nutzten den Platz als Bolzplatz, obwohl das durch ein Schild ausdrücklich verboten sei. Außerdem tummelten sich Menschen bis tief in die Nacht auf den Bänken, hinterließen Müll, pinkelten an die Haustür.

Sebastian Hyneck versuchte die aufgebrachte Anwohnerin etwas zu beruhigen: „Wenn hier eine größere Vielfalt an Menschen zusammenkommen würde, ließe sich das alles viel besser regulieren.“ Steffen Krapf, der beim Stadtteilspaziergang im März 2016 die Umgestaltung angeregt hatte, stellte fest: „Der Platz hat eine Akustik wie ein Stadion. Da ist baulich sicher Einiges möglich.“

Das könnte nun in einem ersten Vor-Ort-Termin mit den Bürgern und einem bereits angefragten Planungsbüro geklärt werden. Dieses, wie Stadtplanerin Andrea Nußbaum von der Stadt Heidenheim erklärte, sitze zwar in Hessen, aber: „Damit hat die Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung einen neutralen Blick von außen.“

Die Gruppe stimmte zu und einigte sich, das Treffen zwischen Ostern und Pfingsten stattfinden zu lassen. Als Ideen kamen außerdem auf, den nicht genutzten Brunnen wieder zu beleben, Streetworker zu beschäftigen, urbanen Gartenbau zu betreiben und ein Café zu eröffnen.

Eine zweite Arbeitsgruppe (AG) beschäftigte sich damit, wie eine Stadtteilzeitung ins Leben gerufen werden könnte.

Auch hier sprudelten die Ideen. „Der erste Schritt wäre, eine Homepage zu erstellen, in der Informationen zum Quartier gesammelt werden und auf der dann auch die Zeitung angekündigt wird“, fasste Hanna Denecke von Wüstenrot Haus- und Städtebau die Überlegungen zusammen. Ein Freiwilliger, der die Seite erstellt, hatte sich auch gefunden.

Bei der AG Nachbarschaftliche Tauschbörse stellte sich zunächst die Frage, ob eine solche überhaupt Sinn macht. Das wollen die Gruppenmitglieder nun mit Hilfe eines Fragebogens herausfinden, der in Kooperation mit der Zinzendorfgemeinde erstellt werden soll.

„Wir hoffen, dass sich dabei noch mehr Helfer finden, damit wir dann in noch größerem Umfang abfragen und das Ganze weiterentwickeln können“, erklärte Gruppensprecher Peter Wiebel. Beim Tausch soll es vor allem um Dienstleistungen wie Rasenmähen oder Hausaufgabenhilfe gehen.

Stadtteilfest bereits mit Motto

Das Stadtteilfest hingegen nahm bereits sehr konkrete Züge an. Eva-Maria Busch, Pfarrerin der Zinzendorfgemeinde: „Im Osten geht die Sonne auf – so wird das Motto lauten.“ Ein multikulturelles Fest, das vermutlich um den 21. Juni 2018 stattfinden wird – der Tag, an dem die Sonne am längsten scheint.

Das erste Treffen, um konkreter zu planen, soll der 21. Juni 2017 sein.

Zuletzt berichtete Stadtrat Rudi Neidlein von seinen Plänen, den Aussichtsturm auf dem Schmittenberg wieder aufzubauen. Da das Areal aber nicht im Sanierungsgebiet Oststadt liegt und damit nicht aus den Fördermitteln des Landes (1,7 Millionen Euro) finanziert werden kann, bedarf es einer Initiative oder eines Vereins.

„Zuerst müssen wir allerdings abwarten, was der Naturschutz sagt“, lenkte Neidlein ein. Denn falls an dieser Stelle gar kein Turm mehr errichtet werden darf, müsse nach einem anderen Standort geschaut werden. „Vielleicht auf dem Siechenberg“, so Neidlein. Ein erstes Treffen samt Begehung ist für den Herbst vorgemerkt.