Am Ostermontag verstarb im Alter von 90 Jahren der frühere Staatssekretär Werner Baumhauer. Der CDU-Politiker war mehr als drei Jahrzehnte lang ein bedeutender Vertreter der Stadt Heidenheim und ein politisches Schwergewicht in der Landespolitik. Baumhauer wurde 1985 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und 1997 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Den Ehrenring der Stadt Heidenheim erhielt er 1990.

Bei der Feier zu Baumhauers 60. Geburtstag mit illustren Gästen: (von links) Maria und Werner Baumhauer, Ministerpräsident Lothar Späth, Ingrid und Martin Hornung (damaliger OB von Heidenheim), Minister Erwin Vetter.
Bei der Feier zu Baumhauers 60. Geburtstag mit illustren Gästen: (von links) Maria und Werner Baumhauer, Ministerpräsident Lothar Späth, Ingrid und Martin Hornung (damaliger OB von Heidenheim), Minister Erwin Vetter.
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Immer noch politisch interessiert

Werner Baumhauer informierte sich bis zuletzt über das politische Geschehen in aller Welt und nahm vor der Corona-Pandemie auch noch an vielen Veranstaltungen teil, war beispielsweise 2019 in Stuttgart zu Gast beim Fest zum 80. Geburtstag des früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel, mit dem er befreundet war. Baumhauer setzte sich während seiner Amtszeit in Stuttgart für den Bau der A 7 ein, aber auch für die Gründung der Berufsakademie in Heidenheim, der heutigen Dualen Hochschule.

Leiter des Vermessungsamts

Baumhauer stammt aus Massenbachhausen bei Heilbronn. Nach dem Besuch der Volksschule in Heilbronn absolvierte er eine Ausbildung zum Vermessungstechniker. Von 1948 bis 1950 besuchte er die Oberschule in Heilbronn und machte dort das Abitur. Danach studierte er an der Technischen Hochschule Stuttgart und schloss das Studium als Diplom-Ingenieur ab. 1966 wurde er Leiter des Staatlichen Vermessungsamts in Heidenheim und stieg 1972 zum Regierungsvermessungsdirektor auf.

Werner Baumhauer (links) gratuliert im Jahr 1996 dem damaligen Giengener Oberbürgermeister Siegfried Rieg zu dessen 60. Geburtstag.
Werner Baumhauer (links) gratuliert im Jahr 1996 dem damaligen Giengener Oberbürgermeister Siegfried Rieg zu dessen 60. Geburtstag.
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24 Jahre lang im Landtag

Seine politische Karriere begann 1972, als er den Landtagsabgeordneten Friedrich Degeler ablöste. Dem Landtag von Baden-Württemberg gehörte er bis 1996 ununterbrochen an, mehrmals holte er das Direktmandat in Heidenheim mit hohem Stimmenanteil. 1982 wurde Baumhauer zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU-Fraktion gewählt. Nach Gründung des Umweltministeriums 1987 berief Ministerpräsident Lothar Späth Baumhauer dort zum Staatssekretär.

Auch im ersten Kabinett von Ministerpräsident Erwin Teufel blieb Baumhauer 1991 zunächst noch Staatssekretär im Umweltministerium, wurde dann aber 1992 zum Staatssekretär im Finanzministerium berufen. 1996 beendete er die politische Karriere und ging in den Ruhestand.

Baumhauer hinterlässt neben seiner Ehefrau Maria und seiner Tochter auch vier Enkel und einen Urenkel.